Fridays For Future: Nicht reden, handeln. Österreichweit gingen Menschen auf die Straße, um auf den Klimaschutz aufmerksam zu machen. Warum? „Weil die Politik zu langsam ist“, meint etwa Moritz Cermak.

Von Sandra Donnerbauer und Sandra Frank. Update am 27. September 2019 (10:28)
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„Uns geht es zu langsam“, ist der Hollabrunner Moritz Cermak mit der Klimapolitik unzufrieden. Darum organisierte er – mit Unterstützung – die Ortsschildaktion in Hollabrunn. „Damit auch wir zeigen, dass Hollabrunn für den Klimaschutz geht.“

So versammelte sich Freitagabend, an einem „Friday for Future“, eine Gruppe am Hauptplatz. Diese wuchs während des Marsches zur Ortstafel in der Oberfellabrunnerstraße auf etwa 150 Teilnehmer an.

Die Ortsschildaktion, bei der für den Klimaschutz demonstriert wurde, fand auch in der Weinstadt Retz viele Unterstützer.
Donnerbauer

In Retz wurde ebenfalls ein Zeichen für den Klimaschutz gesetzt, und zwar schon zu Mittag: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut“, hallten zahlreiche Kinderstimmen über den Retzer Hauptplatz. Drei Klassen der Volksschule Retz waren gemeinsam mit Direktorin Susanne Zlöbl sowie den Pädagoginnen Renate Straka, Christina Rockenbauer und Barbara Mandlburger zur „Fridays for Future“-Demo fünf Minuten vor 12 Uhr gekommen. Mit selbstgemalten Plakaten und Stofftiereisbären machten die Kinder, unterstützt von zahlreichen Retzer Jugendlichen und Erwachsenen, darauf aufmerksam, dass es ihre Zukunft ist, die durch rücksichtslose Klimapolitik zerstört wird.

„Klimaschutz ist einfach ein wichtiges Thema. Diese Generation wird es bereits ziemlich treffen und die nächste dann voll“, war es für Zlöbl klar, hier mit den Schülern teilzunehmen. Da ihr das Thema Klimaschutz wichtig ist, wird sich jede Klasse in nächster Zeit damit auseinandersetzen.

Pädagoge meldete Klima-Demo in Retz an

Initiiert wurde die Demo von James, einem Pädagogen aus Wien, der zufällig am Freitag ein Seminar im Retzer Althof besuchte. „Es war mir unglaublich wichtig, am österreichweiten Aktionstag teilzunehmen. Da ich leider nicht in Wien sein konnte, habe ich mir überlegt, einfach in Retz eine Demonstration anzumelden“, erzählt der 28-Jährige im NÖN-Gespräch. Er hätte es auch in Kauf genommen, alleine am Hauptplatz Menschen anzusprechen – und war dann überwältigt, dass sich etwa 80 Kinder und Erwachsene für den Klimaschutz an seine Seite stellten.

privat

In Göllersdorf waren 61 Menschen aller Generationen für eine ökologische Zukunft unterwegs. Neben der Forderung einer globalen Klimapolitik wurden während des Marschs zur nächsten Ortstafel viele Anregungen für regionale Umsetzungen einer nachhaltigen, ökologischen und sozialen Gemeindepolitik diskutiert. Diese Inputs sollen weiter besprochen werden, aber in gemütlicher Atmosphäre. Darum treffen sich interessierte Göllersdorfer am Freitag, 4. Oktober, ab 17 Uhr beim ökologischen Stammtisch am Hauptplatz.

Neben Hollabrunn, Göllersdorf und Retz beteiligten sich im Bezirk auch Altenmarkt im Thale, Breitenwaida, Hollenstein und Pulkau an der Aktion. Insgesamt waren es 782 Gemeinden, in denen zu den Ortstafeln marschiert wurde.