Gastro-Lockdown: Große Freude, wenn man tratschen kann. Erwin Graf bietet Mittagsmenüs an und renoviert die Hotelzimmer. Steffi Jordan kocht einmal pro Woche in ihrem Café auf.

Von Belinda Krottendorfer. Erstellt am 24. Februar 2021 (04:09)
Seit 33 Jahren gibt’s das Café Jordan bereits. Steffi Jordan führt das Lokal und tratscht gern ein bisschen mit den Gästen, die freitags ihr Mittagessen abholen.
privat

Für Erwin Graf vom gleichnamigen Hotel und Gasthaus in der Hollabrunner Wienerstraße ist es derzeit möglich, Essen zur Abholung und Übernachtungen für systemrelevante Berufe anzubieten. So übernachten etwa Monteure unter der Woche bei ihm. „Der Menüverkauf geht nicht schlecht. Zu 90 Prozent verkaufen wir Menüs, und am Sonntag ein paar Schnitzel“, sagt der Gastwirt.

Zusätzlich zu Mittagsmenüs biete Graf eine verkleinerte Speisekarte an. Die größte Herausforderung für ihn sei es im Moment, sich selbst zu motivieren und die Essensmengen genau zu kalkulieren, da er nicht wisse, wie viel abgeholt werde. Somit kann es vorkommen, dass im Stress nachgekocht werden muss. Finanziell gehe es sich knapp zum Überleben aus, aber nicht zum Geldverdienen. Graf nutzt im Moment die Zeit, um Zimmer zu renovieren, da dies schon dringend notwendig war: „Man darf jetzt nicht nichts tun, aber es sind Ausgaben mit Bauchweh.“

Das Café Jordan am Hollabrunner Hauptplatz ist sowohl Kaffeehaus als auch Abendlokal. Inhaberin Stefanie Jordan ist froh, dass sie beides hat und als Café Speisen und Getränke zum Abholen anbieten kann.

"Abendlokale haben es am schwersten"

„Abendlokale haben es am schwersten in der Branche“, weiß die junge Unternehmerin. Freitags werden Mittagsmenüs mit Hausmannskost angeboten, wobei sie hier sehr von ihren Stammgästen unterstützt werde. Diese Woche wird es beispielsweise hausgemachte Selchfleisch- und Grammelknödel geben. Nur einen Tag in der Woche aufzusperren habe sich besser bewährt als jeden Tag. Dieser eine Tag sei umso frequentierter. Jordan bot im ersten Lockdown einen Lieferservice an; dieser wurde kaum angenommen. „Die Leute freuen sich, wenn sie bei der Abholung ein bisschen tratschen und Kaffeehausfeeling erleben können“, vermutet die Unternehmerin. Die freie Zeit nutzt sie derzeit, um Konzepte für die Wiedereröffnung zu erstellen.