Gault Millau 2020: Schüller kratzte an dritter Haube. In sechs Restaurants im Bezirk wurden Köche ausgezeichnet, allen voran Christoph Schüller.

Von Franz Enzmann, Günter Rapp und Sandra Frank. Erstellt am 27. November 2019 (04:17)

Der Gault-Millau 2020 ist da und es fällt auf: Das Bewertungssystem des Restaurantführers hat sich verändert. Es konnten erstmals fünf Hauben verteilt werden.

Wagner: „Unser Wirtshaus bleibt, wie es ist“

Zwei davon staubte Haubenkoch Christoph Schüller ab. Er betreibt mit Lebenspartnerin Verena Schneider die „Genusswirtschaft“ in Mailberg. Mit 14,5 Punkten (von 20) führt er das Ranking der insgesamt sechs Haubenköche im Bezirk an. Diese Zahl motiviert Schüller: „Wir sind auf dem richtigen Weg und freuen uns über die höchste Auszeichnung, aber den halben Punkt zur dritten Haube wollen wir bei der nächsten Bewertung schaffen.“

Über zwei Hauben jubelt auch Christoph Wagner. Seit es „Wagner‘s Wirtshaus“ in Hollabrunn gibt, erkochte er stets eine Haube. Heuer wurden die Wagners erstmals mit zwei ausgezeichnet. „Ich freu‘ mich sehr über die zweite Haube“, sagt der Spitzenkoch im NÖN-Gespräch. „Ich koch‘ wie immer, die Preise bleiben wie immer, unser Wirtshaus bleibt, wie es ist“, verspricht Christoph Wagner mit einem Schmunzeln.

Dass das Bewertungssystem auf ein breiteres Spektrum gestellt wurde, freut den Spitzenkoch, weil die ausgezeichneten Restaurants nun international besser vergleichbar seien.

Neu im Bunde der Haubenköche ist Manfred Hausgnost aus Guntersdorf. Er hat für sein „Gasthaus an der Kreuzung“ die Auszeichnung erhalten. „Ich habe gekocht wie in den letzten Jahren, nur die Bewertung im Restaurantführer hat sich geändert“, meint der leidenschaftliche Koch bescheiden. Für das hochgelobte Service ist Gattin Martina Hausgnost mit ihrem Team verantwortlich. Sie räumt mit einem Gerücht auf, das rund um die Haube entstanden ist: „Bei uns wird es auch weiterhin Mittagsmenüs geben.“

Winkelhofer: „Bin nicht der Haubenjäger“

Nur ein halber Punkt hätte dem Küchenchef des Landgasthauses Winkelhofer in Eggendorf am Walde zur zweiten Haube gefehlt. Johannes Winkelhofer ist aber nicht einer, der den Hauben nachläuft. „Wichtig ist uns, dass der Gast zufrieden ist. Ich bin nicht der Haubenjäger.“ Die Gäste sollen sich wohlfühlen und über das freuen, was in der Küche zubereitet wird.

Dass Winkelhofer mit viel Liebe kocht, das schmecken immer mehr Gäste. Und sie schätzen das perfekte Service von Gisela Winkelhofer und ihrem Team.

„Es ist extrem erfreulich, dass im Bezirk Hollabrunn bereits sechs Gasthäuser eine Auszeichnung erhalten haben“, meint Harald Pollak, der mit seinem Retzbacherhof eine Haube einfuhr. Diese Entwicklung werde hoffentlich die Gästezahlen erhöhen. Mit der Bewertung des Retzbacherhofs zeigt sich der Spitzenkoch zufrieden, seit 13 Jahren trägt das Lokal in Unterretzbach nun eine Haube.

In der Weinstadt Retz freut sich Bürgermeister Helmut Koch, dass die Mährische Botschaft im Weinschlössl ausgezeichnet wurde. Haubenkoch Petr Fucik war bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe leider nicht erreichbar.