Geflügel am Weihnachtstisch liegt im Trend. Das Festtags-Angebot der Fleischer zeigt sich vielfältig.

Von Franz Enzmann und Karin Widhalm. Erstellt am 20. Dezember 2017 (04:59)
Enzmann
In der Dorffleischerei von Angelika & Gerald Arthold kaufen die Kunden gerne das selbstgeschlachtete Schweinefleisch.

„Was kochst du zu Weihnachten?“ Diese Frage stellen sich dieser Tage auch die (Hobby-)Köche im Bezirk. Denn das Festtagsmenü soll etwas Besonderes sein. Die NÖN sprach mit einigen Fleischern der Region, was sie rund um die Feiertage an den Mann oder an die Frau bringen.

Hofmanns setzen auf ausgelösten, gefüllten Truthahn

In der preisgekrönten Zellerndorfer Dorffleischerei von Angelika und Gerald Arthold (Foto oben) herrscht kurz vor Weihnachten hektisches Treiben. An jedem Montag ist Schlachttag. Nebenbei wird für die Kunden geschmort, sind noch Enten und Gänse aus Freilandhaltung im Gardämpfer. Doch nicht nur das Federvieh geht vor Heiligabend gut weg, auch sehr viel Rindfleisch werde gekauft, weiß der Fleischermeister.

Ganz anders die Situation beim ebenfalls mehrfach ausgezeichneten Sitzendorfer Fleischermeister Robert Hündler. „Bei mir sind die Aufschnittplatten mit feinem Weihnachtsschinken und verschiedenen Käsesorten der Renner.“ Aber auch Geselchtes und gebratene Bio-Gänse werden vor dem großen Fest gerne gekauft.

Die Hollabrunner Fleischerei Hofmann setzt auf den ausgelösten, gefüllten Truthahn. „Wir sind wahrscheinlich in Österreich der einzige Fleischbetrieb, der den Truthahn mit Saft, Bratanleitung, feuerfesten Handschuhen und einer Flasche Wein für die Kundschaft zum Kauf anbietet“, ist Andrea Hofmann überzeugt. „Auch Rindfleisch wird gerne vor den Feiertagen gekauft.“

NOEN, Archiv/Enzmann
2016 feierten Franz und Andrea Hofmann das 125-Jahr-Jubiläum ihres Fleischer-Betriebs. Mit kreative Ideen, wie einen Truthahn samt Saft, Bratanleitung, feuerfesten Handschuhen und einer Flasche Wein an die Kunden zu bringen, liegt die Fleischerei genau richtig.

Kalb und Rind sind in der Pulkauer Filiale bei Fleischerei Fischer in der Weihnachtszeit sehr gefragt. So gesehen folgt man einer langen Tradition, denn Rindfleisch war früher teuer und vorwiegend auf Festtafeln zu finden.

Schwein ist das älteste Nutztier im Weinviertel, wie das Landwirtschaftsministerium auf seiner Website aufbereitet hat („Kulinarisches Erbe“). Die traditionelle Veredelung von Schwein als Frischfleisch hat bis heute eine bedeutende Rolle.

Fischer: Junge holen sich Fleisch eher im Supermarkt

Harald Fischer – seine Fleischerei hat den Hauptsitz in Eggenburg – ist seit fast 30 Jahren in diesem Metier tätig und beobachtet, dass sich das Konsumverhalten geändert hat: „Die ältere Generation ist komplett weggebrochen, die eher bodenständige Produkte wollte“, erklärt er.

Die Jungen würden sich zu seinem Leidwesen das Fleisch eher im Supermarkt holen. „Unser Kampf wird immer größer“, seufzt der Fleischer. Fischer selbst wird mit seiner Familie am 24. Dezember Fondue essen: Das Gericht mit dem geschmolzenen Käse soll aus den Westalpen kommen.

Erich Sturm, der seine Landfleischerei in Großnondorf führt und mit seiner mobilen Filiale viel unterwegs ist, verkauft vor Weihnachten am meisten Schweinsfilet und Rindsfilet. Er stellt aber in letzter Zeit auch fest: „Der Trend geht hin zu Geflügel, zu Enten und Gänsen.“

Was wird bei ihm am 24. Dezember serviert? „Das ist eine gute Frage“, lacht er und verrät: „Karpfen!“ Erst am Christtag kommt Rindfleisch bei ihm auf den Festtisch.

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