Gute Zeit für Wertpapiere. Bezirk Hollabrunn: Der Weltspartag – eigentlich der 31.10. – wird heuer zur Woche oder noch mehr. Das Sparbuch hält sich mancherorts hartnäckig, doch Alternativen sind im Vormarsch.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 21. Oktober 2020 (04:20)
Symbolbild

„Der Weltspartag hat für unsere Kunden und Mitarbeiter noch immer einen hohen Stellenwert“, sagt Thomas Kurz, Geschäftsleiter der Raiffeisenkasse Retz-Pulkautal. Wie in den meisten Banken wird er hier heuer zur Weltsparwoche, um den erhöhten Kundenverkehr auf mehrere Tage zu verteilen.

Für die jüngeren Kunden gibt es wieder eine große Auswahl an Geschenken, so Kurz, der bestätigt, dass sich das Sparbuch nach wie vor großer Beliebtheit erfreut und für viele Raika-Kunden die solide Basis der Veranlagung sei – „gerade in Zeiten größerer Unsicherheit“. Immer stärker in den Fokus rückt daneben das Fondssparen. „Man veranlagt regelmäßig einen selbst definierten Betrag in einen der vielen Fonds. Die Möglichkeit auf zusätzliche Erträge, die Risikostreuung sowie die hohe Flexibilität und Übersicht sprechen für diese Veranlagungsform als Beimischung zur Vorsorge“, erklärt der Geschäftsleiter.

„Wir halten an den Feiertagen des Sparens fest“, sagt Peter Di-gruber von der Volksbank NÖ, wo Weltspartage von 28. bis 30. Oktober abgehalten werden. Geschenke werden auch heuer verteilt – solange der Vorrat reicht. Auf Catering wird wegen Covid-19 verzichtet. Riesige Besucherströme werden nicht erwartet. „Das liegt daran, dass zwei Drittel unserer Kunden nur noch Online-Banking nutzen“, so Digruber. Das klassische Papier-Sparbuch habe, im Gegensatz zu Fondssparplänen oder Bausparen, immer weniger Bedeutung.

Goodies und Weltspartagsgeschenke

Von 27. bis 30. Oktober dauert die Weltsparwoche bei der UniCredit Bank Austria. In den Filialen gibt es Goodies und darüber hinaus werden vorgesehene Weltspartagsgeschenke an Kooperationspartner wie das SOS Kinderdorf sowie an lokale karitative Organisationen, Kindergärten und Schulen gespendet. Was die Sparformen betrifft, zeige eine Umfrage, dass das Veranlagen in Wertpapieren weiter zunimmt, sagt Privatkundenbank-Vorstand Mauro Maschio, „dennoch werden auch weiterhin klassische Sparprodukte genutzt“.

In der Raiffeisenbank Hollabrunn fällt die Tradition von Kaffee und Sekt an den Weltspartagen (Dienstag bis Freitag) heuer der Corona-Situation zum Opfer. Auf Überraschungen für die Kinder wird aber nicht verzichtet. Für Veranlagungen seien einige Spezialprodukte vorbereitet worden, verrät Direktor Walter Pamperl. Das Sparbuch gehöre als Standardprodukt nach wie vor dazu. Der Einstiegszeitpunkt im Wertpapierbereich sei derzeit „nicht so schlecht“.

Bei der Hypo stehen die Weltsparwochen von 19. bis 30. Oktober ganz im Zeichen der Gesundheit der Kunden sowie der Regionalität – während man in Hollabrunn zuwarten muss, dass die Corona-Situation die längst geplante Übersiedlung ins Krankenhaus zulässt. Zwei Weltsparwochen gibt es auch bei der Erste Bank und Sparkasse.

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