Kuriose „Pickerl-Affäre“: Häme für Himmelbauer

ÖVP-Abgeordnete Eva-Maria Himmelbauer aus dem Retzer Land klebte während Sitzung Etikett der Grippeimpfung in Impfpass und erntete Shitstorm.

Erstellt am 24. November 2021 | 05:27
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Im Kreuzfeuer der Social-Media-Kritik: Eva-Maria Himmelbauer.
Foto: ÖVP

Weil sie in der Parlamentssitzung am vergangenen Mittwoch ein Etikett in den Impfpass klebte, erntete die Weinviertler Nationalratsabgeordnete Eva-Maria Himmelbauer einen Shitstorm. Der 34-Jährigen aus dem Retzer Land wurde vorgeworfen, eine Covid-Impfung zu fingieren.

„Wer wundert sich bei so viel Arroganz, dass es Menschen gibt, die überzeugt sind, dass große Teile der politischen Elite gar nicht geimpft sind, sondern nur einen Impfpass haben?“, echauffierte sich auch der frühere Landtagsabgeordnete Walter Naderer aus Limberg. Himmelbauer solle sich daheim um den Nachwuchs kümmern, wenn ihr im Parlament fad sei.

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Impfung als Schutz für ungeborenes Kind

Himmelbauer, die ihr zweites Kind erwartet, reagierte mit einem eindringlichen Impfappell an die Bevölkerung und klärte auf, dass sie sich an diesem Tag eine Grippeschutzimpfung verabreichen ließ. „Selbstverständlich hat die zuständige Ärztin diese Impfung im elektronischen Impfpass eingetragen. Zusätzlich hat sie mir, weil ich meinen gelben Impfpass nicht mithatte, den leeren Impfstoffbehälter mit der Chargennummer zum Einkleben gegeben, was ich dann auch gemacht habe.“

„Impfungen senken das Risiko für Mutter und Kind, schwer zu erkranken. Das gilt sowohl für die Grippe- als auch für die Covid-Impfung“, unterstrich Himmelbauer. Dass Schwangere gegen Covid-19 geimpft sein sollten, sei mittlerweile übrigens gut belegt, so die Abgeordnete. Eine Schwangerschaft sei eine besondere Zeit für jede Frau, in der sie nicht nur an sich, sondern auch an ihr noch ungeborenes Kind denken sollte.

Angesichts der Infektionszahlen sei eine Impfung wichtiger denn je. „All jenen, die mit Fake-News und Falschinterpretation auf Social Media agieren, würde ich dringend empfehlen, gerade bei diesem so heiklen Thema vorher nachzudenken. Hier geht es um die Gesundheit, diese hat oberste Priorität“, so Himmelbauer.