Landwirte treffen Vorsichtsmaßnahmen gegen Schweinepest. Afrikanische Schweinepest sorgt dafür, dass sich Eingeweide von Wild vermehrt in den Abfallsammelstellen finden.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 05. August 2017 (05:34)
Abfallverband Hollabrunn
So sollte die Entsorgung nicht aussehen. Den Jägern wurden eigens Säcke für Überreste von erlegtem Wild zur Verfügung gestellt.

In ihrem jüngsten Rundschreiben informierte die Bezirksbauernkammer über Vorsorgemaßnahmen zur in Tschechien ausgebrochenen Afrikanischen Schweinepest (ASP). Die Auswirkungen spürt nun auch der Hollabrunner Abfallverband.

Die ASP ist eine sich schnell ausbreitende, anzeigepflichtige Virusseuche der Haus- und Wildschweine. Schweinefreilandhaltungen sind in den vier Weinviertler Bezirken seit Juli 2017 verboten. Für den Menschen ist das Virus aber absolut ungefährlich.

Bezirksjägermeister glaubt nicht an lang andauerndes Problem

Jäger und Landwirte sind unter anderem zu absoluter Trennung von Jagd und Tierhaltung sowie zum seuchensicheren Entsorgen von Wildabfällen angehalten. „Nun kübeln uns Jäger die Abfälle vor die Sammelstellen“, berichtet Angelika Büchler, Sprecherin des Hollabrunner Abfallverbands. Die Saria GmbH (Tierkörperbeseitigung und -verwertung) sei jedenfalls verständigt, dass die Intervalle der Abholung verkürzt werden.

Was meint Bezirksjägermeister Karl Wittmann dazu? Wurde bislang der Aufbruch (Eingeweide von erlegtem Wild) meist an Ort und Stelle vergraben, so wurden den Waidmännern nun Säcke vom Landesjagdverband zur Verfügung gestellt, mit denen die Entsorgung nun vonstattengehen soll. Das sei im Prinzip kein Problem und werde von den Jägern auch so gehandhabt, so Wittmann.

Aktuell werden überdies weniger Wildschweine geschossen, denn: „Die Bachen haben Frischlinge.“ Ein Seuchenverdacht, der der Hollabrunner Bezirksverwaltungsbehörde angezeigt wurde, sei bislang nicht bekannt, so der Bezirksjägermeister, der nicht an ein lang andauerndes Problem glaubt. „Eine Schwächung der Wildschweinpopulation würde uns auch nichts ausmachen.“

Sollte es zu einem ASP-Auftreten im Wildtierbestand kommen, würden umfassende und großräumige Handelsbeschränkungen in den betroffenen Gebieten in Kraft treten. Je nach Vorkommen im Wild- oder Hausschweinebestand würden dann Restriktionszonen gelten.