Langzeitarbeitslos: Happy End für 76 Suchende

Das AMS Hollabrunn erstattete heuer bereits Lohnkosten über 175.000 Euro.

Erstellt am 14. Juli 2021 | 05:19
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Firmenchef Günther Hofer und AMS- Vizegeschäftsführer Peter Kirchner fachsimpeln über die aktuelle Arbeitsmarktsituation.
Foto: Franz Enzmann

Die zuletzt erfolgten Öffnungsschritte gehen mit einer merklichen Entspannung des Arbeitsmarktes einher. Im Bezirk waren zuletzt 1.254 Personen als arbeitslos vorgemerkt (-22,7 % gegenüber dem Vorjahr). Seit Jahresbeginn haben 1.329 Personen ihre Arbeitslosigkeit mit einer Beschäftigungsaufnahme beendet, wie Hollabrunns stellvertretender AMS-Chef Peter Kirchner analysiert.

Die Zahl der von Betrieben gemeldeten freien Stellen stieg im Jahresvergleich um mehr als 25 Prozent. Daraus resultierten heuer bereits mehr als 3.300 Vermittlungsvorschläge des AMS an seine Kunden.

Sehr im Fokus stehen dabei die Langzeitarbeitslosen, deren Situation durch die Corona-Krise noch einmal verschärft wurde. Für die Betroffenen ergeben sich nicht nur finanzielle Probleme; berufliche Fertigkeiten gehen verloren, die psychische Belastung steigt.

Enge Zusammenarbeit mit Betrieben

„Deswegen sind wir eng mit den Betrieben in der Region in Kontakt, um mit konsequenter Vermittlung und zielgerichteten Fördermaßnahmen die Chancen auf einen beruflichen Neustart von Langzeitarbeitslosen effektiv zu erhöhen“, betont Kirchner.

Seit Jahresbeginn haben 76 Langzeitarbeitslose den Einstieg ins Berufsleben geschafft. Für die Zeit der Einschulung, im Regelfall zwischen vier und fünf Monate, werden Anteile der Bruttolohnkosten an den Betrieb rückerstattet. Fast 175.000 Euro an Fördermitteln wurden heuer bereits unter diesem Titel vom AMS Hollabrunn genehmigt und ausbezahlt.

Eine gute Kooperation bei der Suche nach passenden Mitarbeitern besteht seit vielen Jahren mit dem Retzer Betrieb Hofer Media. Über AMS-Vermittlung wurde jüngst eine Langzeitarbeitslose eingestellt. Firmenchef Günther Hofer bestätigt die gute Zusammenarbeit, sagt aber auch: „Es ist nicht leicht, alle Arbeitszeitwünsche zu erfüllen. Besonders im Handel brauchen wir die Beschäftigten auch am Nachmittag.“

Wer nicht will, muss mit Konsequenzen rechnen

„Bei der Gruppe der Arbeitslosen über 50 kommt die gesundheitliche Komponente dazu“, ergänzt Kirchner und betont: „Nachdem die Corona-Einschränkungen allmählich der Vergangenheit angehören, erwarten wir auch wieder entsprechende Aktivitäten unserer Kunden bei der Stellensuche.“ So müssen Arbeitsuchende, die sich weigern, ein passendes Jobangebot anzunehmen, mit Konsequenzen rechnen. Im Bezirk wurde von Jänner bis Mai dieses Jahres bereits 26 Mal eine befristete Sperre des Arbeitslosengeldes oder der Notstandshilfe nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz ausgesprochen.

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