Museumsfrühling zeigt Schätze, die es zu finden gilt. Zwei Tage lang feiern Museen des Bezirks den Frühling mit vielen Angeboten und speziellen Programmen.

Von Sandra Donnerbauer, Sylvia Stark, Franz Enzmann und Christian Pfeiffer. Erstellt am 15. Mai 2019 (05:35)
Franz Enzmann
Zur Eröffnung der Terra Technica kam vor eineinhalb Jahren auch der bekannte Schlagersänger Karel Gott, dem Ronald Seunig zum Dank den hinter den Herren befindlichen Wurlitzer schenkte. Foto: Franz Enzmann

Der Anlass für den kommenden Museumsfrühling am 18. und 19. Mai, an dem sich in ganz Niederösterreich 134 Museen beteiligen, ist der „Internationale Museumstag“, der heuer unter dem Motto „Museen - Zukunft lebendiger Traditionen“ steht.

Im Bezirk nehmen fünf Museen daran teil. Zu den kleineren Vertretern gehören dabei die Galerie Untergrub und der Jukebox-Salon beziehungsweise das Wurlitzermuseum in Ziersdorf.

„Deutsche Musikautomaten aus Bingen“ im Wurlitzermuseum

Seit 1982 kümmert sich Horst Ziolkowski rührig um seine kleine Galerie bei Göllersdorf, die über eine große Zahl an Arbeiten von Gottfried Kumpf beheimatet. Zum Museumsfrühling gibt es bei freiem Eintritt die Ausstellung: „Rosemarie König & Heinz Schweizer – Konkret und Abstrakt“ zu sehen.

In Ziersdorf ist Willy Freitag stolz auf die Sammlung von mehr als 100 Musikboxen von 1948 bis zu den 90er-Jahren. Freitag ist, was die Wirkung des Museumsfrühlings betrifft, aber zwiegespalten: „Das bringt natürlich Werbung“, freut er sich über das hoffentlich zahlreich angelockte Publikum. Auf der anderen Seite ist seine Motivation, dabei zu sein, „weil alle Museen mittun“.

Im Wurlitzermuseum wird am kommenden Samstag die Sonderausstellung „Deutsche Musikautomaten aus Bingen“ eröffnet und an beiden Tagen gibt es jeweils um 15.30 Uhr eine Spezialführung durch die neue Ausstellung. Der Eintritt ist an beiden Tagen ermäßigt.

Thematisch mit dem Jukebox-Salon verwandt ist die Terra Technica im Grenzgebiet Kleinhaugsdorf/Hate, die mit einer Welt voller Musikautomaten, Jukeboxen, Flipper und Spielautomaten wirbt; mit dem Hinweis, „das weltweit größte Museum dieser Art auf über 8.500 m²“ zu sein.

Sparrer: „Wichtige Akzente seitens des Landes.“

Für Blanka Kasparova, die bei der Terra Technica für das Marketing zuständig ist, ist die Standortfrage des Museums nicht entscheidend. Trotz der Grenze sieht sie die Terra Technica als niederösterreichisches Museum: „Unser Museumsbesitzer Ronald Seunig ist aus Walkenstein im Waldviertel und der Kurator Günter Freinberger aus Ruprechtshofen im Mostviertel.“

Passend zum aktuell gerade im Kino laufenden Film „Stan & Ollie“ bietet auch die Terra Technica ganztägig die alten Kinostreiche der beiden Komiker. Mit der Sonderausstellung „Sound & Vision – Die Geschichte der Tonaufnahme“ soll zusätzlich Publikum neugierig gemacht werden.

Ein sogenannter „Big Player“ im Bezirk ist die Amethystwelt in Maissau. Geschäftsführer Josef Sparrer hält den Museumsfrühling für eine gute Idee: „Gerade durch solche Formate werden seitens des Landes wichtige Akzente gesetzt, um den Blick auf die kulturelle Vielfalt in Niederösterreich zu richten.“ Dabei erwähnt Sparrer explizit die Unterstützung durch Landesrätin Petra Bohuslav, die die Entwicklungen und die touristischen Leistungen der Maissauer Amethystwelt genau verfolge.

Für den Museumsfrühling hat sich das Team ein besonders Zuckerl für die Besucher ausgedacht: Am 19. Mai um 14.30 findet eine einmalige Backstageführung statt.

Sicherlich das Highlight des Bezirks ist das Museum Retz mit seinem sensationellen Fund der „Königin von Europa“. Einer Experten-Analyse zufolge handelt sich um die älteste bekannte Darstellung des europäischen Kontinents in Form einer Königin, angefertigt von dem Tiroler Humanisten Johannes Putsch im 16. Jahrhundert.

Helen Schrolmberger, die den Museumsverein als wissenschaftliche Beirätin unterstützt, schwärmt von der Idee des Museumsfrühlings: „Welche Schätze wir an unseren Museen haben, wird damit einer breiteren Öffentlichkeit bewusst gemacht.“

Selbstverständlich steht die „Königin“ auch am 18. und 19. Mai im Mittelpunkt. Sie wird erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Da darf sich Retz sicher auf einen großen Publikumsandrang gefasst machen.

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