SPÖ-Bezirkschef Pregler: „Reiz ist Sorge gewichen“. Bezirkschef Richard Pregler ortet zu viel Ideologie und Parteilinie im Programm.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 09. Januar 2020 (04:53)
Hat Sorge um Bahn-Ausbau und Verdichtung des Bahn-Takts: Richard Pregler, SPÖ.
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„Diese neue Koalition war nach den Nationalratswahlen die wahrscheinlichste“, meint SPÖ-Bezirksvorsitzender Richard Pregler und fügt hinzu: „Bis zur Präsentation des Regierungsprogrammes bot sie auch einen gewissen Reiz, der nun eher einer gewissen Sorge gewichen ist.“

So frage er sich, wo der fehlende umweltfreundliche Strom herkommt, wenn in zehn Jahren nur noch erneuerbare Energien genutzt werden sollen. Spannende werde auch das in 15 Jahren geplante Verbot der Öl- und Kohleheizungen: „Hier muss man rasch die Bevölkerung aufklären. Diese wird ja die Kosten tragen und rechtzeitig bedenken müssen“, mahnt Pregler.

Dass Unternehmensgewinne weniger besteuert werden, aber gleichzeitig Öko-Steuern für die vielen Pendler ab 2022 im Raum stehen, sei „absolut unverständlich“. „Im Infrastrukturpaket werden gerade einmal die schon beschlossenen Projekte finanziert und meine Sorge um den zweigleisigen Ausbau unserer Nordwestbahn und die Verdichtung des Taktes auf der Franz-Josefs-Bahn wächst“, sagt der SPÖ-Bezirkschef. Hier hätte er auf Erfolgsmeldungen der Grünen gehofft.

Es helfe jedenfalls der Umwelt nicht, wenn das Autofahren teurer wird, aber das Auto weiterhin benötigt wird. Tatsächlich helfen würde eine Vergünstigung von Bahn und Bus. „Nachhaltigkeit würde grundsätzlich bedeuten, Infrastruktur zu verbessern und Wirtschaftsbetriebe in unsere Region zu holen, um das Pendeln gar nicht mehr notwendig zu machen“, meint Pregler und sagt: „Grundsätzlich hätte ich gehofft, dass man weniger mit Ideologie und Parteilinie, sondern mehr mit Herz und Verstand an ein Regierungsprogramm geht.“

„Ganz nebenbei“ hoffe er, dass die türkis-blauen Korruptionsaffären endlich gerichtlich aufgeklärt werden. „Aber es wird wohl wie bei der letzten schwarz-blauen Koalition Jahre dauern und nicht viel herauskommen.“