Strenge der Tierheime zahlt sich aus

Andrea Pohl von Fenja’s Tierhilfe in Zellerndorf setzte auf Aufklärung. Darum behalten Tiere auch nach Homeoffice-Zeit ihr Zuhause.

Sarah Marie Piskur Erstellt am 22. September 2021 | 05:57
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Andrea Pohl von „Fenja’s Tierhilfe“ achtete genau darauf, an wen die Fellnasen vermittelt werden. Wer nicht über die Zeit im Homeoffice hinaus dachte, bekam kein Haustier.
Foto: privat

Im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 stieg die Nachfrage nach Haustieren: Die Menschen waren mehr daheim, hatten Zeit, sich um Fellnasen zu kümmern. Vielerorts gab es die Befürchtung, dass die Tiere ihren Besitzern lästig werden und in die Tierheime gebracht werden. Die NÖN fragte nach, ob sich diese Sorge bewahrheitet hat.

„Wir haben auch in Zeiten gestiegener Anfragen genau hingesehen“, verneint Nina-Maria Zinn-Zinnenburg vom Tierheim Krems, das für den Bezirk Hollabrunn zuständig ist. Dennoch: Die Kapazitäten des Tierheims sind erschöpft, „weil wir heuer ein sehr starkes Katzenjahr haben“, erklärt Zinn-Zinnenburg.

„Corona-Tiere“ gab es keine

In Zellerndorf ist Andrea Pohl, Obfrau von „Fenja’s Tierhilfe“ zu Hause und betreut dort eine von insgesamt fünf Pflegestellen des Vereins. Probleme mit sogenannten „Corona-Tieren“ gab es bei ihr zum Glück keine. „Wenn jemand angerufen und gesagt hat, dass er jetzt im Homeoffice ist und einen Hund adoptieren möchte, war das Gespräch für mich schon beendet“, erzählt die Zellerndorferin, dass sie in der Pandemie, genauso wie das Kremser Tierheim, darauf geachtet hat, an wen Tiere abgegeben werden.

„Vielen fällt es dann wie Schuppen von den Augen, wenn ich ihnen erkläre, dass die Hunde nach dem Homeoffice bis zu zehn Stunden am Tag alleine sind und ein Tier viel Zeit benötigt“, sagt Pohl überzeugt. Die Bitte, keine „Lockdown-Hunde“ zu vermitteln gab sie an ihre Kolleginnen im Verein weiter.

Die meisten Anrufer hatten Verständnis. „Mir war von Anfang an klar, dass die Hunde sehr schnell wieder bei uns landen, wenn man den Leuten das nicht erklärt, wie viel Zeit so ein Tier eigentlich benötigt“, berichtet Andrea Pohl. Diese Vorgehensweise habe sowohl dem Verein, als auch den Tieren vieles erspart.

Die fünf Pflegestellen sind weitestgehend von Spenden abhängig. Viele der Tiere, die versorgt werden, benötigen teure Operationen, wenn sie aufgenommen werden. „Uns ist wichtig, nicht nur Tiere zu versorgen, die leicht zu vermitteln sind. Wir haben auch alte, kranke oder schwer verletzte Hunde“, sagt Pohl im NÖN-Gespräch, dass sie froh ist, mit den Tierärzten im Bezirk gut zusammenzuarbeiten.

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