VP bedauert Koalitions-Aus. VP-Bezirkschef nahm Ibiza-Videos zunächst nicht ernst. FP-Lausch: „Blöd, verwerflich.“

Von Sandra Frank. Erstellt am 22. Mai 2019 (04:23)
Gschwindl

„Blöd und verwerflich“, nennt FPÖ-Parlamentarier Christian Lausch das Verhalten seines ehemaligen Parteichefs, das auf den Ibiza-Videos zu sehen ist. ÖVP-Nationalratsabgeordnete Eva-Maria Himmelbauer war enttäuscht und fassungslos. „Mich hat’s am Scheißer g’haut“, hielt VP-Bezirksparteichef Richard Hogl das Video anfangs noch für Satire.

Letzterer gibt zu, dem Reformwillen der FPÖ zugetan zu sein, darum bedauere er auch das Ende der türkis-blauen Koalition. Das rechtsradikale Gedankengut verurteile er aber aufs Schärfste: „Da kannst du nicht weitertun, da geht’s um die Reputation von Österreich.“ Der Landtagsabgeordnete findet es gut, dass sich Bundeskanzler Sebastian Kurz mit seiner Entscheidung Zeit gelassen hat. Himmelbauer versteht die Reaktion von Kurz ebenfalls. „Wir sind in staatspolitischer Verantwortung, darum ist es natürlich naheliegend, dass Innenminister Herbert Kickl, der damalige Generalsekretär der FPÖ, auch gehen muss. Er soll sich jetzt selbst überprüfen? Das geht nicht.“

Wenig Verständnis für den Stil der Bundeskanzlerpartei hat naturgemäß FPÖ-Bezirkschef Lausch: „Die ÖVP zeigt jetzt ihr wahres Gesicht. Es ist kein türkises, sondern ein finsteres, tiefschwarzes Gesicht.“ Die ÖVP hätte an der Koalition nämlich festgehalten, wäre Innenminister Herbert Kickl ebenfalls zurückgetreten. „Niemand kann unser Partner sein, wenn er versucht, uns politisch zu erpressen!“