Tag der Arbeit: SPÖ fordert Fairness ein. Ihre Themen transportiert die SPÖ am 1. Mai heuer via Facebook, Twitter und Co.

Von Sandra Frank. Erstellt am 29. April 2021 (04:04)
Die Bezirks-SPÖ – Elke Stifter, Richard Pregler und Patrick Eber – ruft die Bevölkerung dazu auf, ihre Häuser am 1. Mai zu beflaggen.
NOEN

Der 1. Mai, der Tag der Arbeit, ist der wichtigste Feiertag für die Sozialdemokratie. Zum zweiten Mal seit 1890 können die Sozialdemokraten aber nicht auf die Straße gehen, die Corona-Situation lässt dies immer noch nicht zu.

„Das heißt aber nicht, dass wir nicht präsent sein werden“, verspricht Hollabrunns Bezirksvorsitzender Richard Pregler. Am 1. Mai wird auf den Social-Media-Kanälen der SPÖ einiges los sein, es gibt eine Corona-konforme Plakatkampagne und die Bürger werden aufgefordert, ihre Häuser zum Staatsfeiertag zu beflaggen.

„Wir können nicht auf die Straße gehen und laut sein. In unserem Alltag haben wir nicht die Zeit dafür!“ Frauenvorsitzende Elke Stifter über die Heldinnen der Krise

Die Wirtschaftskrise und Steuererhöhungen. Die SPÖ kümmere sich seit jeher um jene, „die Tag für Tag ihre Arbeit leisten“, sagt Pregler. Aber auch um jene, die ihre Arbeit verloren haben. Österreich sei durch die Reaktionen der Bundesregierung auf die Corona-Pandemie in eine Wirtschaftskrise geschlittert. „Es geht wirklich bergab. Es geht an Existenzen, da braucht es die Sozialdemokratie“, ist der Bezirksvorsitzende überzeugt. „Koste es, was es wolle, heißt es nur bei Regierungsinseraten, nicht aber bei Arbeitsplätzen.“ Pregler ist sicher, die Milliarden an Kosten, die „der türkise Weg“ verursacht, werden am Ende durch Steuererhöhungen bezahlt, die den Großteil der Menschen belasten werden.

Der Volksschuldirektor würde die Rettungspakete ebenfalls durch eine Steuer finanzieren, und zwar durch eine Vermögenssteuer: „Jene, die mehr haben, müssen ihren Beitrag leisten.“ Jetzt würden lediglich die kleinen Unternehmen brav ihre Steuern zahlen. „Die großen stehlen sich mit schwindligen Tricks, die die ÖVP möglich gemacht hat, davon.“ Das müsse sich ändern.

Arbeitszeit verkürzen für mehr Lebensqualität. Die SPÖ habe mit ihrer Politik nie Unternehmen und Existenzen gefährdet, meint Pregler, der überzeugt ist: „Die Zeit der Wirtschaftswunder sind klar verbunden mit einer Partei – und das sind wir!“

Kanzler Bruno Kreisky (Mitte) marschierte vor etwa 50 Jahren am 1. Mai durch Zellerndorf; flankiert vom damaligen Nationalratsabgeordneten Josef Pfeifer (l.) und SPÖ-Bürgermeister Johann Hauswirth.
SPÖ-Archiv, SPÖ-Archiv

Eine Vier-Tage-Woche würde etwa helfen, mehr Arbeitsplätze zu schaffen und die viel zitierte Work-Life-Balance der Arbeitnehmer zu verbessern. „Mehr Freizeit bedeutet auch mehr Ehrenamt“, schaltet sich SPÖ-Bezirksgeschäftsführer Patrick Eber ein. Nach Zwölf-Stunden-Tagen und stundenlangem Pendeln hätten die Menschen einfach nicht mehr die Energie, sich ehrenamtlich zu engagieren.

Frauen, Heldinnen in allen Bereichen. „Egal, in welchem Bereich: Die Frauen stemmen einfach alles“, blickt Frauenvorsitzende Elke Stifter besorgt auf „die Heldinnen der Krise“. Für sie ist klar, dass endlich ein massives Umdenken stattfinden müsse. Als Beispiel nennt sie den Pflegebereich, in dem großteils Frauen beschäftigt sind. „Die Pflege muss unbedingt aufgewertet werden.“ Etwa durch bessere Bezahlung. Die Ausbildung dauert drei Jahre, die „mit einem Taschengeld“ entlohnt werde. Mit diesem Gehalt sei es während der Ausbildung nicht möglich, sein Leben zu bestreiten.

„Es geht hier nicht darum, jemanden zu bevorzugen. Es geht um Fairness“, betont Pregler. Diese einzufordern, sei gerade für Frauen schwierig. Warum? „Wir können nicht auf die Straße gehen und laut sein. In unserem Alltag haben wir nicht die Zeit dafür!“, erklärt Stifter.

Gerechte Verteilung von Arbeit und Geld. Diese Themen sind es, für die die Sozialdemokratie steht und die sie besonders am 1. Mai transportieren will, betonen die Hollabrunner Genossen. „Wir müssen die Themen angehen – für die notwendige Fairness. Wir brauchen die gesetzlichen Regelungen dafür, an die sich jeder halten muss“, pocht Pregler darauf, dass Arbeit wieder gerecht verteilt wird und jeder „einen fairen Beitrag für unser Land“ leistet.