Käufer schauten durch die Finger. Auto eines 50-Jährigen sollte versteigert werden. Doch der fuhr einfach damit davon.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 01. Oktober 2014 (07:14)
NOEN, Erwin Wodicka
Gerade noch einmal dem Gefängnis entgangen ist ein 50-Jähriger aus dem Bezirk Hollabrunn. Der Arbeitslose, der bereits sieben Vorstrafen zu Buche stehen hat, musste sich diesmal wegen „Verstrickungsbruch“ am Bezirksgericht Hollabrunn verantworten.

Mann fuhr an potentiellen Käufern vorbei

Das Auto des Mannes sollte im Juli versteigert werden. Die RSb-Sendung, mit der der Termin angekündigt wurde, hatte sich der 50-Jährige allerdings nicht von der Post geholt. Der Gerichtsvollzieher erschien schließlich zum vereinbarten Zeitpunkt mit mehreren potenziellen Käufern beim Haus des Mannes – doch der war nicht da. Sein Auto auch nicht.

Plötzlich fuhr der Angeklagte mit dem Pkw an den Wartenden vorbei. „Ich habe sie wirklich nicht gesehen, sonst wäre ich stehen geblieben und hätte gezahlt“, beteuerte der 50-Jährige, der sein Auto schon einmal mit einer Zahlung in letzter Minute „gerettet“ hatte.

Kein Gefängnis trotz sieben Vorstrafen

Der Gerichtsvollzieher sagt jedoch aus, dass der Mann die Wartenden wohl hätte sehen müssen. Das glaubte auch Richter Erhard Neubauer und kam der Bitte nach einem Freispruch deshalb nicht nach. Trotz seiner sieben Vorstrafen bleibt dem 50-Jährigen der Weg ins Gefängnis erspart.

„Ich berücksichtige, dass Sie seit zehn Jahren nicht mehr straffällig geworden sind“, erklärt der Richter und verhängte eine Bewährungsstrafe über drei Monate.


Definition

Ein Verstrickungsbruch liegt vor, wenn eine Sache, die durch Zwangsvollstreckung gepfändet oder dienstlich verwahrt wird, zerstört oder anderweitig der Verstrickung entzogen wird. Der Verstrickungsbruch kann mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bestraft werden.