Zusteller unterschrieb selbst, Pakete kamen nie an.... Zusteller unterschrieb Übernahmescheine selbst, bestreitet aber Diebstahl. Den Schaden machte er wieder gut.

Von Sandra Frank. Erstellt am 24. August 2017 (06:31)
Symbolfoto: Karin Widhalm
Ein Paketzusteller machte sich die Arbeit ein wenig zu einfach, umkeinen Anschiss zu bekommen.

Vier Zeugen warteten auf Pakete, die allerdings nie bei ihnen ankamen. Und das, obwohl die Annahme des Pakets mit einer Unterschrift bestätigt wurde. Wegen Veruntreuung und Urkundenfälschung musste sich ein Mitarbeiter eines Paketzustelldienstes vor dem Bezirksgericht in Hollabrunn verantworten.

Der Pulkautaler (21) soll die Übernahmescheine selbst unterschrieben und die insgesamt fünf Pakete im Wert von 700 Euro behalten haben. „Ich bekenne mich schuldig, dass ich selbst unterschrieben habe. Gestohlen habe ich die Pakete aber nicht“, beteuerte der 21-Jährige im Zeugenstand. Obwohl er keines der Pakete genommen habe, habe er den gesamten Schaden bereits bezahlt. Das bestätigte auch sein damaliger Vorgesetzter.

„Ich habe immer einen Anschiss bekommen“

Warum er die Unterschriften gefälscht habe, wollte Richter Erhard Neubauer wissen. „Ich hab’ immer einen ziemlichen Anschiss bekommen, weil ich so viele Pakete zurückgebracht habe.“ Darum habe er die Übernahmescheine unterschrieben und die Pakete vor die Tür gestellt. Zeit, wenigstens beim Nachbarn zu läuten, sei dem nunmehr ehemaligen Paketzusteller nicht geblieben.

Die vier Geschädigten gaben an, dass sie nichts unterschrieben hätten und die Pakete auch nie eingetroffen seien. Wenn sie nicht zu Hause sind, würden üblicherweise die Nachbarn die Pakete annehmen und später übergeben. „Das funktioniert sonst immer, ein Paket ist davor noch nie verschwunden“, sagte ein Zeuge.

Neubauer sprach den Pulkautaler schließlich der Urkundenfälschung für schuldig. Von der Veruntreuung der Pakete sprach er ihn frei. „Im Zweifel glaub ich Ihnen das halt …“, so der Richter, obwohl er es dubios finde, dass gerade die fünf Pakete verschwunden sind, für die der Angeklagte die Unterschriften gefälscht hat.