Streit in der JA Sonnberg: Nutellaglas wurde zur Waffe. Insasse (48) der Justizanstalt Sonnberg wegen Körperverletzung verurteilt.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 14. März 2019 (05:38)
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Symbolbild

Ein 48-Jähriger bekannte sich am Bezirksgericht schuldig, seinem Zellengenossen (33) in Sonnberg ein Nutellaglas ins Gesicht geschlagen zu haben. Zu klären war noch, ob dieser aus Notwehr zurückgeschlagen hatte.

„Er hat mich verbal bis aufs Blut provoziert“

„Die beiden haben sich immer gestritten: übers Putzen, übers Benehmen. Ich habe versucht, das zu beruhigen“, erzählte ein Mithäftling (32) im Zeugenstand. An einem Tag im Jänner habe sich dann spaßiges Geplänkel zum Streit entwickelt. „Er hat mich verbal bis aufs Blut provoziert“, erklärte der 48-Jährige. „Da bin ich explodiert und habe ihm das Glas ins Gesicht geschlagen.“

Der 33-Jährige habe darauf mit einem Faustschlag ins Gesicht seines Angreifers reagiert. „Er hat nur einmal zugeschlagen. Es war Notwehr, da bin ich sicher“, sagte der 48-Jährige, der angab, ein geprelltes Joch- und Nasenbein davongetragen zu haben. „Seit diesem Vorfall mache ich eine Aggressionsbewältigungstherapie.“ Außerdem sei man nun in getrennten Zellen untergebracht.

„Ein Schlag mit der Faust klingt anders als einer mit der flachen Hand.“Ein Zeuge

Dass es so abgelaufen war, erzählte auch der erste Zeuge. Aber: „Er hat ihm aus Reflex eine Watsche zurückgegeben. Ich hab’s gesehen und gehört. Ein Schlag mit der Faust klingt anders als einer mit der flachen Hand.“

Der 33-Jährige schilderte – übersetzt von einer arabischen Dolmetscherin – die Geschichte ähnlich. Er habe mitbekommen, dass seine Zellengenossen auf Deutsch über ihn sprachen. Er habe den 48-Jährigen auf Englisch zur Rede gestellt und verlangt, dass er entweder mit ihm sprechen oder den Mund halten solle.

„Da hat er mir mit dem Glas ins Gesicht geschlagen. Ich war sehr überrascht und hab’ ihm eine Ohrfeige verpasst.“ Absicht sei der Schlag – mit der flachen Hand – keine gewesen, nur eine Reaktion auf den Angriff. „In meinem Land ist es eine Schande, wenn ein jüngerer Mann einen älteren schlägt“, untermauerte er, aus Notwehr gehandelt zu haben.

Richter Erhard Neubauer verlängerte schließlich den Gefängnisaufenthalt des 48-Jährigen um drei Monate. Den Jüngeren sprach er frei. „Ich glaube, dass es Notwehr war.“ -sf-