Jäger hoffen auf mehr Wild. Beim Bezirksjägertag in der LFS Hollabrunn wurden auch die Abschusszahlen analysiert.

Von Franz Enzmann. Erstellt am 11. April 2019 (13:07)

Der „Problemwolf“, die Abschusszahlen oder die Novellen zum Jagd- und Waffengesetz beschäftigten die Waidmänner beim diesjährigen Bezirksjägertag, der in der Hollabrunner Landwirtschaftsschule über die Bühne ging.

Der stellvertretende Bezirksjägermeister Wolfgang Strobl schlüpfte in die Rolle des Moderators und hieß eine Reihe von Ehrengästen willkommen; darunter Vizebürgermeister Alfred Babinsky, selbst Jäger, der seine Waidkameraden als ehrenamtliche Naturschützer bezeichnete. „Und nach der Hege gibt es die Freude auf das Wildbret“, schmunzelte er.

Vorreiterrolle beim Wolfsmanagement

Bezirkshauptmann Andreas Strobl ging auf eine personelle Veränderung ein: „Als Ansprechpartner als Amtstierarzt gibt es seit diesem Monat den Diplomtierarzt Johannes Klinger.“ Der frischgebackene Hardegger Bürgermeister Friedrich Schechtner dankte der Jägerschaft in seiner Funktion als Bauernkammerobmann für die gute Zusammenarbeit.

Landtagsabgeordneter Richard Hogl, ebenfalls ein leidenschaftlicher Jäger, berichtete über die Verhandlungen rund um ein neues Umweltprogramm und über die Wildbrücke in Maissau. Stolz ist er angesichts der Debatten um den Umgang mit Wölfen auf das blau-gelbe Wolfsmanagement. „Niederösterreich hat da eine Vorreiterrolle in Österreich eingenommen!“

Der neue Forsttechniker für die Bezirkshauptmannschaft Hollabrunn, Stefan Rosner, sprach zu fachlichen Themen, die für die Waldbewirtschaftung und Jagdausübung essenziell sind, während Bezirksjägermeister Karl Wittmann auf die Abschusszahlen beim Fallwild einging.

Eklatanter Anstieg bei den Feldhasen 

Beim Rehwild gab es 2018 einen Anstieg auf 4.935 Stück gegenüber 4.812 im Jahr 2017. Beim Hirsch stieg die Zahl moderat von 76 auf 84 Stück. Ein Rückgang auf 1.879 Stück ist beim Schwarzwild (Wildschweine) zu verzeichnen (2017: 2.128). Erfreulich seien die Zahlen beim Feldhasen: von 2.741 auf 4.076 Stück. „Dieser Aufwind beim Bestand sollte anhalten“, meint Wittmann.

Sorge bereit ihm hingegen die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft. „Die Großmaschinen sind tagsüber und nachts unterwegs. Ich hoffe, der Wildbestand ist nach der Ernte etwas höher.“ Den Ausschussobmännern und Hegeringleitern dankte er für ihren Einsatz im Sinne von Jagd und Hege.

Landesjägermeister-Stellvertreter Werner Spinka sprach zur Novellierung des Jagdgesetzes, die unter anderem mit sich bringt, dass ab 2029 in Niederösterreich keine herkömmlichen Jagdgatter mehr erlaubt sind.

Waidmänner wurden ausgezeichnet

Schließlich wurden erfolgreiche Jäger im Bereich der Raubwildbejagung ausgezeichnet; an der Spitze der Schalladorfer Jagdleiter Peter Galli. Es wurden Ehrenbrüche in Bronze für 30-jährigen Jagdkartenbesitz, Silber für 40 Jahre Jagdkartenbesitz und Gold für 50-jährigen Jagdkartenbesitz überreicht. Die Waidmänner Friedrich-Karl Schönborn-Buchheim aus Weyerburg und Anton Wallisch aus Sitzendorf wurden für ihren bereits 60-jährigen Jagdkartenbesitz geehrt.

Die Jagdhornbläsergruppe Pulkau unter Hornmeister Franz Neubauer umrahmte die Veranstaltung feierlich.