Border-Collie spürt Wildkatze auf. Nationalpark-Förster Wolfgang Riener trainierte Border-Collie "Cupper", um Wildkatzen-Kot ausfindig zu machen.

Erstellt am 19. April 2018 (11:45)
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Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Nationalpark-Förster Wolfgang Riener mit "Spürnase" Cupper.
NÖN.at, privat

Ein Hund, der die Wildkatze aufspüren kann: kein Märchen, sondern tatsächlich möglich. Border-Collie Cupper kann bereits den Laubholzkäfer, der über Holzverpackungsmaterialien oder Pflanzen aus Asien eingeschleppt wird, aufspüren.

Jetzt hat sich sein Aufgabengebiet erweitert: Wolfgang Riener, Förster im Nationalpark Thayatal, hat seinen Hund zum Wildkatzen-Spürhund ausgebildet.
„Dabei jagt der Hund die Katzen natürlich nicht, sondern ist darauf trainiert, den Duft von Wildkatzen-Kot aufzuspüren“, erklärt Direktor Christian Übl. Er erzählt von ersten Erfolgen: „Bei seinem Einsatz ist er tatsächlich fündig geworden. Wir warten nun gespannt auf das Ergebnis der genetischen Untersuchung!“

So lässt sich eindeutig bestimmen, ob es sich um eine Wildkatze oder um eine Hauskatze handelt. Geschlecht und Verwandtschaft können zudem eruiert werden. Dieser neue Weg in der Wildkatzenforschung kommt in einem neuen Projekt zu tragen.

Wildkatze als herausragender Vertreter der Artenvielfalt

Das österreichisch-tschechische Interreg-Projekt „Connecting Nature“ will die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Naturschutz intensivieren. Der Nationalpark Thayatal widmet sich mit Partnern aus den tschechischen Kreisen Vysočina und Südböhmen der Förderung der Biodiversität, schließlich ist fast die Hälfte aller Pflanzenarten Österreichs im grenzüberschreitenden Schutzgebiet entlang des Flusses zu finden.

Ein herausragender Vertreter der Artenvielfalt ist dabei die Wildkatze. Sie galt in Österreich als ausgestorben und wurde im Thayatal wiederentdeckt.
„Niederösterreich ist das Naturland Nummer eins und zeichnet sich durch hohe Artenvielfalt und sehr abwechslungsreiche Lebensräume aus. Die Wildkatze ist dafür das beste Beispiel“, erklärt Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf. „Mit diesem neuen Projekt wollen wir grenzüberschreitend mehr über sie erfahren. Spürhund Cupper hilft uns dabei.“

Nationalpark wird Ausbildungsstätte für Umweltspürnasen

Der Nationalpark Thayatal setzt auch im Bereich der Umweltbildung und im Natur-Tourismus auf die Wildkatze. Direkt am Rande des Nationalpark-Waldes entsteht derzeit um 1,3 Millionen Euro das Wildkatzen-Camp mit 60 Betten und Schulungsräumen. Schon im heurigen Sommer werden die ersten Gruppen erwartet.

Unter dem Motto „Frei und wild wie ein Wildkatze“ können Schüler und Jugendliche in den Projekttagen wilde Abenteuer und intensive Naturerfahrungen erleben. „Damit wird der Nationalpark Thayatal zur Ausbildungsstätte für Umweltspürnasen und Naturforscher und darüber hinaus wird die Region gestärkt. Denn der Nationalpark ist auch Tourismusmagnet, Motor der Regionalentwicklung und Arbeitgeber für 30 Menschen", betont Pernkopf.