Was die Retzer bewegt: Wünsche an den Ortschef. Wünsche und Ideen für die Zukunft der Gemeinde konnte man an den Bürgermeister richten.

Von Sandra Donnerbauer. Erstellt am 13. Juni 2019 (05:19)
Gschwindl
Über Vorschläge und Anregungen wurde mit Bürgermeister Helmut Koch sowie den StadträtenRoman Langer und Helmut Bergmann diskutiert.

Die nächste Gemeinderatswahl rückt näher. Mit welchen Wahlprogrammen die Parteien werben werden, entscheidet sich jetzt. Bürgermeister Helmut Koch tourte durch alle Katastralgemeinden, um sich Anregungen zu holen. „Gut, wenn der Bürgermeister ins Volk hört“, meinte eine Besucherin in Retz. „Vielleicht erfährt man hier mehr als sonst“, hoffte eine andere. Obwohl es eine Veranstaltung war, zu der die ÖVP-Fraktion geladen hatte, beteiligten sich auch Gemeinderäte und Vertreter von „Wir für Retz“ an den Diskussionen.

Bevor die brennenden Fragen beantwortet wurden, mussten die rund 50 anwesenden Bürger selbst zu vier Themenbereichen ihre Wünsche äußern.

Ein dritter Hausarzt wird gefordert. Nachdem Allgemeinmedizinerin Sandra Sprung ihre Hauptordination in Unterretzbach angesiedelt hat, fehlt einigen Retzer Bürgern der dritte Arzt. Wer kein Auto hat, müsse umständlich mit dem Zug nach Unterretzbach fahren. Die zwei anderen Retzer Kassenärzte könnten die zusätzlichen Patienten kaum unterbringen. „Für Ordinationszeiten von jeweils drei Stunden an zwei Tagen können wir keine Räumlichkeiten rund um die Uhr kostenlos zur Verfügung stellen“, erklärte Stadtrat Roman Langer die Sicht der Gemeinde. Man sei jedoch bemüht, eine Lösung zu finden.

Glasfaser-Ausbau. Nachdem die benötigte Quote von 65 Prozent nicht erreicht wurde, hat man den Angebotszeitraum verlängert. Manches sei von den Errichtern nicht gut genug kommuniziert worden. Aktuell sei man jedoch in intensivem Kontakt mit den ansässigen Bauträgern, um das Projekt „Glasfaser im Retzer Land“ doch umsetzen zu können. Vor allem in Gebäuden, in denen es Eigentums- und Mietwohnungen gibt, sei eine Einigung schwierig.

Renovierung des Bahnhofsvorplatzes. Schon länger stehen die tiefen Löcher in der Straße vor dem Bahnhof in der Kritik. „2020 sanieren die ÖBB die Innenanlagen des Bahnhofs. Im Zuge dieser Renovierung werden wir gemeinsam mit dem Land und den ÖBB auch den Bahnhofsvorplatz sanieren“, versprach Stadtrat Stefan Lang.

Renovierung des Sgraffito-Hauses. Da sich das Haus am Hauptplatz nicht in Gemeindebesitz befindet, hat man keinen Einfluss. Eine Renovierung sei seitens der neuen Besitzer jedoch in Planung. An der Rückseite wird im kommenden Jahr ein Parkdeck mit 60 Parkplätzen für Dauerparker entstehen.

Gymnasium in Retz. Sorgen machte man sich auch um den Schulstandort Retz. Wer nach der Volksschule bereits nach Hollabrunn pendelt, würde seltener für eine höhere Schule wieder zurück nach Retz kommen. Die Idee, eine Klasse des Gymnasiums in Retz am Standort der neuen HLT zu installieren, werde deshalb seitens der Gemeinde verfolgt. „Wir waren diese Woche in St. Pölten, um das zu besprechen“, informierte Bürgermeister Koch. Konkrete Pläne gibt es jedoch noch nicht.

Fehlende Parkplätze. Im gesamten Stadtgebiet würden Parkplätze fehlen. Vorgeschlagen wurde etwa, den Sportplatz weiter an den Stadtrand zu verlegen und diesen Bereich neben dem Bahnhof als Parkfläche zu nutzen. „Dieser Platz wäre mir zu schade. Den würde ich lieber für den Wohnbau nutzen, wenn der Bedarf besteht“, erwiderte Stadtrat Langer. Kritisiert wurde außerdem, dass seit Kurzem der Parkplatz bei der Volksschule abgesperrt sei. Dies wurde seitens der Volksschulgemeinde veranlasst. „Ich habe am Sonntag mit Frau Direktor Zlöbl gesprochen. Wer hier intervenieren will, soll sich direkt an sie wenden“, informierte Koch.

Schaffung eines Jugendzentrums. Kritisiert wurde ebenfalls, dass gerade in Retz die Jugend keinen Ort habe, wo sie sich unkompliziert treffen könne. Die Einrichtung eines betreuten Jugendzentrums wurde angeregt. Besonders für Mädchen bzw. alle Jugendlichen, die nicht in Vereinen aktiv sind, gebe es aktuell keinen Platz für Feiern und Treffen. 

Über deren Bedürfnisse konnte man jedoch nur aus zweiter Hand sprechen, denn: Während sich die älteren Menschen stark einbrachten, blieben Jugendliche gänzlich fern. Diese will man jedoch gesondert befragen. „Bei der nächsten Wahl werden wir auf jeden Fall einen Kandidaten unter 25 Jahren aufstellen. Ich habe bereits ein paar im Kopf und bin in Gesprächen“, kündigte Stadtrat Lang für die ÖVP-Fraktion an.

Umfrage beendet

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