Buntes Zeichen für den Klimaschutz. Der siebte internationale Klimastreik war auch im Bezirk sichtbar: Am Göllersdorfer Hauptplatz mobilisierte die Gruppe „Göllersdorf for Future“ ihre Kräfte und setzte ein Zeichen gegen den Klimawandel. „Die Klimakrise schläft nicht und wir wollten wieder eine weltweite Aktion nach Göllersdorf bringen“, erzählt Initiator Christoph Seidl.

Von Christiane Fürst. Erstellt am 20. März 2021 (16:00)

Wegen der aktuellen Corona-Situation haben die Göllersdorfer Klimaschützer bewusst wenig auf die Aktion aufmerksam gemacht. Auffällig war sie dennoch: Ein großes, buntes Tuch lag unübersehbar auf dem Hauptplatz. Die Bedeutung des Tuches, das von der Jungschar ausgeborgt wurde, erklärt Seidl: „Wir halten das Tuch alle zusammen, da spürt man den Zusammenhalt noch mehr. Das ist schon irgendwie leiwand.“

Mit solch einer Aktion werde zwar ein Zeichen gesetzt, aber noch nicht viel verändert, wissen die Klimaschützer. Darum widmen sie sich weiteren Projekten, etwa dem Pflanzen von Bäumen. Da sei schon einiges geschehen, etwa beim Tennisplatz oder durch eine Aktion der SPÖ, die pro Vorzugsstimme einen Baum pflanzt, aber: „Da muss noch mehr passieren und da wollen wir anschieben“, ist die Gruppe motiviert. 

"Es gibt immer etwas zu tun"

Ein weiteres Thema ist der Göllersbach. Es haben sich bereits mehrere Leute an die Organisation gewandt, um über den Wasserschutz und dessen Pflege zu sprechen. Hier müsse ein klares Konzept her, um die Lage zu verbessern, ist die Gruppierung überzeugt. Abseits des Baches sammeln die Klimaschützer regelmäßig Müll.  Angedacht sei etwa den gesammelten Müll an Ortseinfahrten zu deponieren, samt Schild, damit die Menschen darauf aufmerksam gemacht werden. 

„Es gibt immer etwas zu tun“, fasst „Göllersdorf for Future“ zusammen. Dabei helfen auch die ersten - wenn noch kleinen - Erfolge ihrer Forderungen: Die ersten Blühwiesen in der Gemeinde wachsen und leisten so ihren Beitrag zu einer besseren Artenvielfalt. 

Landtagsabgeordneter Ecker unterstützt Göllersdorfer Gruppe

Dass nicht alle Forderungen im Gemeinderat diskutiert werden, könne man wegstecken. Einige Gemeinderäte würden die Ideen ernst nehmen und versuchen, diese umzusetzen. Da sei es von Vorteil, dass ein ganzes Kollektiv hinter den Ideen steht: „Es ist ein Unterschied, ob der Herr Huber eine Anfrage stellt, oder wir als Gruppe“, sagt Seidl. Dadurch habe „Göllersdorf for Future“ mehrere Möglichkeiten und „wir werden mehr wahrgenommen“. Zudem sei die Gruppe eine Anlaufstelle für klimatechnische Themen mit einigen Fachleuten in ihren Kreisen.

Das Engagement der Göllersdorfer unterstützt auch der Landtagsabgeordnete Georg Ecker (Die Grünen) gerne. Er war bei der Aktion am Freitag (19. März) dabei. Ihm imponiert die „sehr engagierte“ Gruppe, die zu den großen Streiks eigene Veranstaltungen ins Leben ruft. „Es ist wichtig, dass auch im ländlichen Bereich gezeigt wird, dass wir keine Zeit zu verlieren haben“, spricht Ecker die Dringlichkeit der Situation an. 

Stärkeres Klima-Bewusstsein in den Gemeinden 

Dass ein sofortiges Umdenken gefragt ist, zeigt ein Beispiel, das der Landtagsabgeordnete anführt: Es wurde berechnet, dass, wenn das Land Niederösterreich weiterhin gleich viel CO2 ausstößt wie jetzt,  das "1,5-Grad-Ziel" gefährdet ist. Deswegen brauche es ein stärkeres Bewusstsein in den Gemeinden, meint Ecker.

Dass ähnliche Aktionen wie jene in Göllersdorf im letzten Jahr ausblieben, führt der Grünen-Politiker auf die Corona-Situation zurück. „Viele trauen sich wegen Corona nicht, weil es einfach sehr heikel ist.“ Solche Aktionen würden sich in einer Grauzone befinden, weil sie eigentlich keine Veranstaltungen seien, sich dort aber doch Menschen treffen.

Zivilgesellschaft muss Druck machen

Dennoch ist er optimistisch, dass es künftig wieder klimaschützende Gruppierungen im Bezirk geben wird. Vor Corona war das Thema hier sehr präsent. Der "Marsch zur Ortstafel" im Jahr 2019 habe in vielen Gemeinden stattgefunden und in Hollabrunn etwa 200 Personen mobilisiert.

Als politische Person wünscht sich Ecker, dass das Engagement weiterhin so bleibt: „Auch die Zivilgesellschaft muss stark dahinter sein. Ganz allein schafft es die Politik nicht, die braucht den Druck.“