Hollabrunner Wald bald unter „Natura 2000“-Schutz?. Die Grünen sehen im neuen Regierungsprogramm die Möglichkeit eines besonderen Status für den Hollabrunner Wald. Die ÖVP kann sich das vorstellen.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 15. Januar 2020 (03:52)
Wollen sich auf allen Ebenen für den Schutz des Hollabrunner Waldes starkmachen und hoffen auf breite Unterstützung: Georg Ecker und Sabine Fasching.
Die Grünen

„Ein deutliches Signal, endlich auch den Hollabrunner Wald als Natura-2000-Gebiet unter Schutz zu stellen“, ist das Koalitionsübereinkommen der neuen Bundesregierung für Sabine Fasching, Listenzweite der Grünen Hollabrunn. Unter dem Punkt „Artenvielfalt erhalten – Natur schützen“ steht dort nämlich die Ausweisung von zusätzlichen Natura-2000-Schutzgebieten auf der Agenda.

„Unser Wald ist nachweislich ein einzigartiger Lebensraum mit vielen seltenen und bedrohten Arten, die unter die EU-Naturschutzrichtlinien fallen“, weiß Fasching und verweist darauf, dass namhafte Organisationen (KFFÖ - Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -forschung in Österreich, BirdLife) nach jahrelanger Forschung zahlreiche Vogel- und Fledermausarten im Hollabrunner Wald nachgewiesen haben, die mitunter vom Aussterben bedroht sind und deren Lebensräume als schützenswert gelten. „Das sind Tatsachen, die wissenschaftlich belegt sind“, so Fasching.

Grünen-Spitzenkandidat Georg Ecker pflichtet ihr bei: „Gerade unser Hollabrunner Wald mit seiner Vielfalt, aber auch als einzigartiger Trinkwasserspeicher im Weinviertel, muss geschützt werden.“ Er wiederum verweist auf einen aufrechten ÖVP-Beschluss im Gemeinderat aus dem Jahr 2017, demzufolge Teile des Waldes zu Bauplätzen werden könnten. „Daher ist unser Ansinnen umso dringlicher.“

Steht dem Wunsch der Grünen positiv gegenüber: ÖVP-StadtratAlexander Rausch.
NOEN

„Wenn es die Rahmenbedingungen zulassen, sind wir da natürlich dabei“, kann der zuständige ÖVP-Stadtrat Alexander Rausch dem Anliegen durchaus etwas abgewinnen. Grundsätzlich falle die Entscheidung darüber jedoch in die Kompetenz des Landes. Für Grundbesitzer dürfe kein Nachteil entstehen. „Natur- und Umweltschutz muss heutzutage im Gepäck sein und das wollen wir auch leben“, betont Rausch.

Natura 2000 ist ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten innerhalb der EU, das seit 1992 nach den Maßgaben der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie errichtet wird. Sein Zweck ist der länderübergreifende Schutz gefährdeter wild lebender heimischer Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume.