Das Amethysthotel ist in neuen Händen. Eröffnung gefeiert / Landwirt Leo Mantler hat das Hotel am Maissauer Berg gekauft. Klepp: „Zeit des Zusperrens hat hoffentlich ein Ende.“

Von Christoph Reiterer und Günter Rapp. Erstellt am 11. Juni 2014 (08:18)
NOEN, Günter Rapp
Stießen auf die Hoteleröffnung an (v.l.): Nationalratsabgeordnete Eva-Maria Himmelbauer, Ravelsbach-Vize Josef Kaltenböck, Christa Leidenfrost, Amethystwelt-Geschäftsführer Josef Piller, Bezirkshauptmann Stefan Grusch, Sylvia Hauser, Leo Mantler, Landtagsabgeordneter Richard Hogl, Bürgermeister Josef Klepp, Landtagsabgeordnete a.D. Marianne Lembacher und Julius Gelles. Foto: Günter Rapp
„Vor Kurzem hat mir jemand erzählt, dass irgend so ein Wahnsinniger das Hotel am Maissauer Berg gekauft hat. Als ich ihm dann gesagt habe, dass ich das bin, hat er schön geschaut!“ Leo Mantler kann sich das Lachen nicht verkneifen, als er diese Episode am Freitagnachmittag seinen Gästen im Amethysthotel berichtet.

Neo-Eigner: Landwirt mit Wurzeln in der Gastronomie

Mit Jahreswechsel wurde das in Konkurs geratene Amethysthotel in Maissau stillgelegt. Die Raiffeisenbank Waldviertel-Mitte kaufte das Objekt als Gläubigerin, nachdem ihr vorgelegte Angebote zu gering waren, machte sie sich selbst auf Pächter- oder Käufersuche. Nun gibt es einen neuen Eigentümer.

Leo Mantler ist eigentlich Winzer aus Großmeiseldorf. Aber er hat, wie er sagt, Wurzeln in der Gastronomie. Seine Eltern haben in Großmeiseldorf ein Gasthaus betrieben. „Und weil ich aus einer Gastwirtefamilie stamme, kam mir der Gedanke, das Amethysthotel zu erwerben.“

Mantler hat das Objekt jetzt an die Amethysthotel Hauser & Leidenfrost GmbH verpachtet. Seine Partnerin Sylvia Hauser und Christa Leidenfrost betreiben das Hotel und bieten ihren Gästen auch ein perfektes Frühstück an. „Wir garantieren traumhafte Nächte, ein reichhaltiges Frühstück und für die Abendstunden natürlich ein gutes Achterl Wein bei uns in Maissau“, betonen die Geschäftsführerinnen.

Bürgermeister Klepp zeigte sich euphorisch

Die Verhandlungen bis zum Kauf waren laut Mantler überaus hart und begannen bereits im Dezember 2013. „Zum Renovieren blieb uns jetzt auch nur ein Monat Zeit.“

Zur Präsentation des „Amethysthotels neu“ waren zahlreiche Ehrengäste gekommen. Fürs Buffet sorgte das Großmeiseldorfer Gasthaus Walzer. Geradezu euphorisch zeigte sich Bürgermeister Josef Klepp: „Die Zeit des Zusperrens hat jetzt bei uns hoffentlich ein Ende.“ Jetzt sollen Packages geschnürt werden, die Tourismus, die neuen Wanderwege und die Gastronomie unter einen Hut bringen.

„Auf der Terrasse liegt einem das ganze Schmidatal zu Füßen“

Amethystwelt-Geschäftsführer Josef Piller, der das Hotel selbst erstehen wollte und kritisiert hatte, dass es der Bank nur ums Geld und nicht um Zukunftschancen gehe, sucht das Gespräch mit den neuen Betreibern. Er rät zu einem touristischen Berater. Eine Einbindung in die touristischen Netzwerke sei unbedingt empfehlenswert. Es gehe darum, das „riesige Potenzial“ optimal zu nutzen.

„Das Ambiente ist schön. Auf der Terrasse liegt einem das ganze Schmidatal zu Füßen“, so Piller. Dass es hier weiterhin keine klassische Wirtshaus-Gastronomie für seine Bus-Gäste gibt, schmerzt den Chef der Amethystwelt. „Da sollten sie sich etwas einfallen lassen.“

Die Verkaufssumme dürfte über eine halbe Million Euro betragen haben. Gerhard Preiß, Direktor der Raiffeisenbank Waldviertel-Mitte, gab im NÖN-Gespräch an, dass es auch andere sehr interessante Angebote gegeben habe. Doch man wollte dem Wunsch der Region entsprechen, hier eine gastronomische Einrichtung zu behalten. Andernfalls wäre sogar ein höherer Erlös für die Bank möglich gewesen.