Sanierungsbedarf! SOS für Großweikersdorfs Pfarrkirche. Die Fischer-von-Erlach-Kirche hat dringenden Sanierungsbedarf.

Von Sylvia Stark. Erstellt am 12. Dezember 2019 (05:51)
Pfarrer Marius Zediu hofft, dass abbröckelnde Verputz derKirche bald der Vergangenheit angehört.
Sylvia Stark

Marius Zediu, Pfarrer des Pfarrverbands „Mittleres Schmidatal“, dem auch Großwetzdorf und Oberthern angehören, hatte voriges Jahr schon mit einer Absage des Christkindlmarkts rund um die Großweikersdorfer Kirche spekuliert. „Es sind Putzbrocken vom Kirchturm heruntergefallen“, erzählt er bei einem Treffen mit der NÖN.

Erst drei Tage vor dem ersten Adventwochenende im Jahr 2018 kam die Innsbrucker Firma „Turmkraxler“, um die losen Stellen abzuklopfen. „Sonst wäre jemandem beim Punschtrinken die Fassade ins Häferl gefallen“, erinnert sich Zediu mit Galgenhumor.

„Leider sind 70 Prozent des Verputzes schadhaft“

Ein Jahr später beobachtet der Pfarrer, wie die Gemeindearbeiter und Elektriker Lichterketten an den Marktstandeln montieren. Ein Blick hinauf zum Kirchturm lässt ihn nicht erstrahlen: „Leider sind 70 Prozent des Verputzes schadhaft.“

Die Gesimsabdeckungen aus verzinktem Stahlblech sind durchgerostet. Wassereintritte durch starke Regenfälle gaben dem dritthöchsten Kirchturm Niederösterreichs den Rest. Dem Himmel näher sind übrigens nur die Kirchtürme von Stockerau und Zwettl.

Die Kirche brauche jetzt dringend Hilfe, sonst verblasse ein Juwel des Schmidatals, das einst der kaiserliche Hofarchitekt Joseph Emanuel Fischer von Erlach (1693–1742) geplant hatte, dem unter anderem auch die Spanische Hofreitschule in Wien und die Wiener Hofburg zuzuschreiben sind.

Schäden am Gesims. Für den Pfarrer ist bereits 5 vor 12, was den Handlungsbedarf betrifft.
Sylvia Stark

Pfarrer Zediu will die Einzigartigkeit des Pfarrhauses wiederherstellen. Nächstes Jahr kommen Gutachter, 2021 sollen die Bauarbeiten beginnen. Zediu schätzt die Sanierungskosten auf 600.000 Euro. „Ein Drittel zahlt das Land, ein Drittel die Diözese und ein Drittel die Pfarre.“ Die Bevölkerung wird ersucht, sich mit Spenden zu beteiligen.

Im Jahre 1241 wurde die Pfarre Großweikersdorf erstmals urkundlich erwähnt. „Sind die Arbeiten 2021 abgeschlossen, feiern wir gleich 780 Jahre Pfarre“, hofft der Pfarrer, diesen Zeitplan einhalten zu können. Außerdem feiert Großweikersdorf 2021 sein 800-jähriges Bestehen.

Pfarrer Zediu wendet seinen Blick den inzwischen hell erleuchteten Weihnachtshütten vor der Kirche zu: „Wenn alles klappt, erstrahlt der Kirchturm 2021 so wie die Punschhütten jetzt.“ Dann gibt es bestimmt auch Glühwein ohne Steinschlag-Gefahr.