Retz: Zweiter Kindergarten bleibt dort, wo er ist. Der zweite Kindergarten-Standort wird als dauerhafte Einrichtung installiert: Eine weitfassende Erneuerung ist geplant.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 20. Juli 2018 (05:55)
Karin Widhalm
Der Kindergarten am Rockenbauer-Platz mit Eingang und Spielplatz.

Der Beschluss, dass Raum für eine zweite Gruppe am zweiten, recht neuen Kindergarten-Standort am Rupert Rockenbauer-Platz geschaffen wird, steht vor der Umsetzung. Kindergartenbeauftragte des Landes und Kindergarteninspektorin Regina Fichtl sahen sich in einer fünfköpfigen Begehungskommission den NMS-Flügel vor Ort an. „Sie konnten überzeugt werden, hier eine dauerhafte Einrichtung zu schaffen“, erklärte Stadtrat Stefan Lang (ÖVP) dem Gemeinderat in der Vorwoche.

Eine umfassende Erneuerung wird daher ins Auge gefasst, mitsamt Wärmedämmung, auch des oberen Stockwerks, das derzeit als Lager Verwendung findet. Die genauen Kosten stehen noch nicht fest, budgetiert ist zurzeit nur die Adaptierung für eine zweite Kindergartengruppe.

„Wir für Retz“ kritisiert die Herangehensweise

„Niemand wird dagegen sein, wenn man für Kinder etwas macht“, räumte Stadtrat Walter Fallheier (Wir für Retz) ein. Er kritisierte aber die bisherige Herangehensweise. Man hantle sich nach vorn, installiere ein Provisorium und nehme Kosten in Kauf, die für Umbau und Erneuerung dann höher als gedacht ausfallen. „Wir haben versucht, darauf aufmerksam zu machen, andere Ansätze zu finden. Viele Dinge höre ich zum ersten Mal“, kreidete er an, dass er vor vollendete Tatsachen gestellt werde.

Karl Breitenfelder (Wir für Retz) hat ebenso keine Freude: Die Kosten für die Erneuerung eines 50-jährigen Stahlbetonbaus würden viel höher ausfallen. Man müsse nur an die gerade stattfindende NMS-Sanierung denken. „Was wir machen, ist ein Reparieren, jedes Jahr. Das ist ein Versagen des Kindergartenausschusses.“

„Derzeit ist’s eine der schönsten Gruppen, alle wollen dorthin. Das ist Polemik, was ihr macht.“Helmut Koch über den Kindergarten am Rockenbauer-Platz

Lang ließ das nicht auf sich sitzen und betonte, dass stets Alternativen berücksichtigt wurden. Bürgermeister Helmut Koch (ÖVP) unterstützte ihn darin, keinen Neubau auf die grüne Wiese zu stellen. „Jeder weiß, dass wir uns das nicht leisten können“, wollte er lieber vorhandene Ressourcen nutzen.

Er könne zudem das Wort „Provisorium“ nicht hören: Das erzeuge ein falsches Bild. „Derzeit ist’s eine der schönsten Gruppen, alle wollen dorthin. Das ist Polemik, was ihr macht.“ Das verneinte wiederum Fallheier: Er würde nur gern seine Erfahrung einbringen. Die sieben „Wir für Retz“-Mandatare enthielten sich ihrer Stimmen. Die restliche Mehrheit befürwortete die Erneuerung des Flügels.