Tauziehen um Schloss Haugsdorf geht weiter. Verkauf von Schloss nach versäumter Frist gestoppt. „Gemeinde ist Millionenprojekt entgangen“, sagt Immobilien-Experte.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 28. Juli 2021 (05:13)
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Was geschieht mit Schloss Haugsdorf? Nachdem ein Verkauf fix schien, wird weiterhin darüber gerätselt.
privat

Was ist jetzt mit Schloss Haugsdorf? Ist es endlich verkauft? Fragen, die Immobilienmakler Jürgen Mokesch in seiner Heimatgemeinde immer öfter zu hören bekommt. Er war von der Sparkasse Haugsdorf – als Gläubigerin des Eigentümers – damit beauftragt, das Schloss zu verkaufen. Alles schien in trockenen Tüchern. Doch im letzten Moment platzte der Deal.

Was war passiert? „Ich habe recherchiert, wer sich hier interessieren könnte und habe dann tatsächlich einen österreichischen Investor gefunden, der in München eine Art Vinothek betreibt und auch hier ein ähnliches Projekt realisieren wollte“, schildert Mokesch. Ein Vorvertrag wurde unterschrieben, eine Schloss Haugsdorf GesmbH ist in Gründung. Der Kaufvertrag lag bereits beim Notar.

Verwunderung über plötzliches Nein

Kontakt mit Winzern und dem Denkmalschutz gab es ebenfalls schon. Es wurden Kostenvoranschläge eingeholt. Doch der Käufer versäumte eine Frist, Geld auf das eingerichtete Treuhandkonto zu überweisen, woraufhin die Eigentümer den Deal prompt stornierten. Für Mokesch völlig überraschend: „Alle schienen froh, dass es eine Lösung gibt.“

Wie konnte der Fauxpas mit der versäumten Frist passieren? „Der Käufer dachte, es werden in der Frist nur Werktage berücksichtigt“, erklärt der Immo-Experte.

Die andere Seite habe behauptet, einen anderen Käufer zu haben. Mokesch bezweifelt das aber genauso wie die Gläubiger und es werde nun ein Versteigerungsverfahren eingeleitet. „Ich mache den Job seit 25 Jahren, aber so etwas habe ich noch nie erlebt. Der Region und der Gemeinde ist ein Millionenprojekt mit regionaler Vinothek und Wellnesshotel entgangen“, fürchtet Mokesch. Und es würde bereits viele falsche Gerüchte geben. Allerdings: Der Investor würde das Schloss immer noch gerne kaufen. Die Chance, die Angelegenheit elegant zu lösen, wurde aber wohl vertan. Jetzt sind die Rechtsanwälte am Zug.

„Alles eine Lüge. Als Besitzer müsste ich davon wissen“, sagt der Eigentümer auf NÖN-Anfrage. Im Dorf werde viel Blödsinn gesprochen.