Debatte um Kaiserbühne. HAUGSDORF / Die rote Fraktion widerspricht Vizebürgermeister Sedlmayer (ÖVP): Das Projekt sei schon ziemlich ausgereift. Pläne würden vorliegen, Kosten würden feststehen.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 18. Februar 2014 (23:59)
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Die Gemeindevertreter diskutierten recht angeregt über den geplanten „Musikpavillon“ im Kaiserpark.Franz Enzmann
Von Karin Widhalm

Das geplante Bühnenprojekt im Kaiserpark liefert Diskussionsstoff. Vizebürgermeister Andreas Sedlmayer möchte Veranstaltern ein Podium für ihre Auftritte bieten. Was genau gebaut oder angekauft werden soll, hielt er im letzten NÖN-Gespräch offen. Die SPÖ widerspricht: Es würden sehr wohl Pläne vorliegen.

Parteivorsitzender Gerwich Kudler fühlte sich beim ersten Arbeitstreffen vor vollendete Tatsachen gestellt. „Da war ein Architekt dabei, obwohl im Vorfeld null darüber geredet wurde.“ Christophe Oberstaller hatte einen Plan mit im Gepäck, obwohl der Gemeinderat keinen diesbezüglichen Antrag gestellt hat. „Er hatte eine gemauerte Bühne für 60 Musiker mit einem Technikraum vorgesehen“, berichtet Kudler.

 

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„Wir sind nicht strikt dagegen“

Erhardt Weinwurm (SPÖ) ist von einem fixen Bau nicht begeistert: „Bei einer mobilen Bühne hätten auch andere Vereine etwas davon.“ Die Feuerwehren in Auggenthal oder Jetzelsdorf könnten diese bei ihren Festen nutzen. „Da gibt‘s sicher weniger Widerstand.“

Kudler und Weinwurm halten die im Budgetvoranschlag stehenden 90.000 Euro – laut Sedlmayer ein Richtwert – für zu hoch. „Wir sind nicht strikt dagegen, aber eine 90.000-Euro-Bühne für zwei Veranstaltungen – das ist immens viel Geld.“ Auch Bürger, mit denen sie sprachen, hätten kein Verständnis dafür. Besser wäre, man würde sich primär um den Hochwasser-Schutz kümmern.

Kudler hat zudem den Eindruck, dass die angegebenen Kosten sehr wohl als konkret angesehen werden – 20.000 Euro für den Architekten, 70.000 für die Bühne. Der Gesamtbetrag ist außerdem unter dem Punkt „Straßenbau“ veranschlagt worden, damit die Förderquote höher ausfällt, vermutet der SPÖ-Chef. Weinwurm hätte eine kostensparende Idee: Man könnte sich die Bühne der Stadtgemeinde Retz ausborgen.

„Vielleicht wird‘s ein Fixbau, ich weiß es nicht“

Sedlmayer weist zurück, dass bereits alles unter Dach und Fach sei. Die „Skizze“ des Architekten hätte als Basis dienen sollen, damit man wisse, „in welche Richtung wir gehen können“. Mobile oder stabile Bühne, das stehe nicht fest. „Vielleicht wird‘s ein Fixbau, ich weiß es nicht“, hält er sich dies offen. Die Beauftragung von Architekt Oberstaller würde sich jedenfalls anbieten.

Den Vorschlag mit der Retzer Bühne „müsste man sich überlegen“. Die Stadtgemeinde werde dafür Gebühren verlangen, außerdem müsste sich immer jemand für den Auf- und Abbau finden. Diese Mühen sollten ja mit der neuen Bühne wegfallen. Sedlmayer betont, dass die Kosten „Daumen mal Pi“ festgelegt wurden. Die Erfassung des Betrags in der Kategorie „Straßenbau“ im Budgetvoranschlag sei „in Ordnung“: „Das ist mir von der Förderstelle des Landes so empfohlen worden.“

Dem Vize-Gemeindechef wäre es recht, dass die Informationen nicht über eine Zeitung ausgetauscht werden und die Kommunikation verbessert wird. Weinwurm, Obmann des Parkausschusses, war übrigens beim ersten Treffen nicht eingeladen. Sedlmayer will das beim nächsten Mal vermeiden.