Hollabrunn

Erstellt am 11. Januar 2017, 04:21

von Sandra Frank

ZIS Hollabrunn: „Uns wird es auch weiterhin geben“. Ministerin will Sonderschulen abschaffen. ZIS-Direktorin: Wahlfreiheit bleibt.

Steht außer Frage: das ZIS in Hollabrunn.  |  NOEN, NÖN

Sonderschulen sollen abgeschafft werden, sie sollen ab 2020 die Ausnahme sein. Stattdessen sollen Schüler in inklusiven Mittelschulen betreut werden. So die Pläne von Bildungsministerin Sonja Hammerschmid.

Im Bezirk gibt es das Zentrum für Inklusiv- und Sonderpädagogik, kurz ZIS, in Hollabrunn sowie das Individuelle Förderzentrum Sitzendorf, welches von der Direktorin der Sitzendorfer Volksschule geleitet wird.

„Uns wird es weiter geben, keine Sorge“, gibt ZIS-Direk torin Brigitte Geyer auf NÖN-Anfrage Entwarnung. Zentren für Inklusiv- und Sonderpädagogik werden weiter bestehen. „Es soll auch die Wahlmöglichkeit für Eltern weiterhin geben und das macht Sinn.“

Maria Breindl, Koordinatorin für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf, ergänzt: „Unser Präsident des Landesschulrates möchte diese Wahlfreiheit für Eltern weiterhin anbieten, entweder Integration oder Sonderschule.“ Dass die UN-Menschenrechtskonvention die Abschaffung aller „Sondereinrichtungen“ fordert, sehen die Pädagoginnen in Diskrepanz mit den Bedürfnissen von jenen, die besondere Unterstützung und besondere Rahmenbedingungen brauchen.

Breindl schildert ein aktuelles Beispiel: Erst vergangene Woche habe eine Mutter in einem Wiener ZIS angerufen, um ihrem Kind dort einen Platz zu sichern. Denn das Kind sei Autist und mit der Schüleranzahl in „normalen“ Klassen völlig überfordert. Und in diesem ZIS in Wien gibt es einen lange bestehenden Schulversuch für autistische Kinder.

„Ich habe vor Kurzem das sehr aussagekräftige Statement einer Psychologin bei einer Fortbildung gehört: Es gibt nichts Ungerechteres, als ungleiche Menschen gleich behandeln zu wollen.“ Dieser Satz spreche für sich, meint Breindl.

Umfrage beendet

  • Eigene Sonderschulen eine Notwendigkeit?