Der Realität so nah. Riegersburg / Eine Flucht in den „Zauber der Landschaft“ ist im Barockschloss möglich. Der Realismus wird nicht außer Acht gelassen.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 28. Mai 2014 (06:30)
Fantastisch realistisch: Am Meer von Gerd Bannuscher, Acryl auf Holz.
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Dem „Zauber der Landschaft – Traum und Wirklichkeit“ kann sich der Besucher des Barockschlosses in Riegersburg nicht entziehen. Hausherrin Francesca Pilati hat wieder eine Sonderausstellung auf die Beine gestellt, die internationale Künstler zusammenführt.

Kunst der „Neuen Meister“ beeindruckt

Russland, Tschechien, Deutschland und Österreich – auch aus der Region – sind vertreten, drei Kuratoren kümmerten sich um (vorwiegend) Maler. Die Kunstschaffenden offenbaren dem Betrachter die unterschiedlichsten Stile.

Ein Schwerpunkt wird anlässlich der Russisch-Österreichischen Kulturperiode auf „Österreich aus dem Blickwinkel zeitgenössischer, russischer Maler“ gelegt. Beeindruckend ist die hintergründige, realistische Kunst der „Neuen Meister“ – eine Gruppe von Künstlern aus Deutschland. Ihr Ziel ist es, den Realismus in der Malerei aus seinem Schattendasein zu führen.

Barockschloss als Zentrum der fantastischen Kunst

Vladimir Petrov-Gladky, gebürtiger Moskauer, strebt nach einer reichhaltigen statt einer zurückhaltenden Kunst. Sein Werk ist zum Teil im Barockschloss, aber größtenteils in der Burg Hardegg zu sehen. Er wohnt zurzeit auch dort. In seinen Bildern „kollidieren zwei antithesische Elemente: eine Reihe von kitschigen gewöhnlichen Gestalten und eine reiche malerische Kultur“, schreibt Anna Florkovskaya (Russische Akademie der Künste).

Das Barockschloss Riegersburg entwickelte sich dank Pilatis Initiative in den letzten zehn Jahren zu einem Zentrum insbesondere der fantastischen – und grenzüberschreitenden – Kunst. Die Ausstellung läuft bis zum 16. November.