Die Allee ist keine mehr. SONNBERG / Sonnbergs Schlossallee zeichnete sich durch über 100 Jahre alten Kastanien aus. Diese wurden nun gefällt, auch ein Hohlweg wurde gerodet. Anrainer sind unglücklich.

Von Sandra Frank. Erstellt am 04. März 2014 (23:59)
NOEN, privat
Das Markenzeichen der Schlossallee - über 50 Kastanienbäume - wurden gefällt. Einige junge Bäume wurden bereits nachgesetzt, doch der kahle Eindruck bleibt erhalten.
Von Sandra Frank

Die Sonnberger Schlossallee ist derzeit keine Allee mehr, die Kastanienbäume wurden umgeschnitten. Auch ein Hohlweg wurde radikal gerodet, im Brunnenschutzgebiet wurden Bäume gefällt. Dass so viele Bäume innerhalb kurzer Zeit gefällt wurden, können nicht alle Bewohner nachvollziehen.

„Die Schlossallee war ein vereinbartes Projekt mit den Anrainern, das jetzt fertiggestellt wurde“, sagt Ortsvorsteher Roman Heiden. Laut Baumkataster seien die Kastanienbäume „am Lebensende“ gewesen. Stadtrat Jakob Raffel, ebenfalls Sonnberger, kennt die Problematik, denn einige Bürger, denen die Natur am Herzen liegt, haben sich an ihn gewandt, da sie nicht wussten, wer die Rodungen in Auftrag gegeben hat. „Ich glaube nicht, dass Biber daran schuld sind, sondern dass die Stadtgemeinde der Auftraggeber war“, scherzt der Sonnberger. Raffel glaubt nicht, dass bei allen 52 Bäumen der Schlossallee Gefahr in Verzug war.

Kahle Straße macht deprimierenden Eindruck

„Beim Sturm im letzten Sommer sind drei Äste abgebrochen, zwei am Tag des Sturms und einer am Tag danach, als gar kein Wind mehr ging“, erinnert sich Heiden. Die Bäume waren nicht mehr erhaltungswürdig, die Baumbestände werden in nächster Zeit adaptiert, damit ein einheitliches Erscheinungsbild entsteht. Auch beim Hohlweg war laut Heiden Gefahr in Verzug. „Akazien haben eine Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren. Die Bäume im Hohlweg waren schon an die 30 Jahre“, erklärt er, warum eine Seite des Hohlwegs gerodet werden musste.

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Raffel hingegen ortet nach einem Hilferuf aus der Bevölkerung und diesem Kahlschlag Gefahr in Verzug: „Jetzt könnte es gefährlich werden, weil die Gstettn abrutschen könnte. Bisher wurde sie von den Wurzeln der Bäume und Sträucher zusammengehalten“, fürchtet er starke Regenfälle. „Das Ausschneiden und Entfernen von kranken und beschädigten Bäumen hätte die Bevölkerung verstanden. Aber die kahle und leere Straße macht einen deprimierenden Eindruck“, weiß Raffel, dass nicht alle Sonnberger glücklich sind. Eine Anrainerin macht ihrem Ärger Luft: „Der Auftraggeber für diese katastrophale Aktion wird sich dem Entsetzen der Bevölkerung stellen müssen. Und er wird die Missachtung der geltenden Baumschutzverordnung und den gültigen Gemeinderatsbeschluss erklären müssen.“

„Wenn man keine Verantwortung trägt, kann man sich leicht aufregen. Herr Raffel sollte sich lieber um seine Aufgaben kümmern“, meint Heiden.