Die Magd als Herrin. Komische Oper / In „La Serva Padrona“ sieht man den Wandel vom Dienstmädchen zur autoritären Gattin ihres adeligen Herren.

Erstellt am 17. Dezember 2013 (23:59)
Anabell Garfio Méndez (Serpina) ist eine mexikanische Opernsängerin.
NOEN, Barbara Palffy

UNTERNALB / Großer Wechsel. Familienpolitisch. Alles ist verkehrt, die Vorzeichen drehen sich einfach um – und wir finden das auch noch lustig. Humor und Liebe gewinnen in der komischen Oper „La Serva Padrona“. Wie eine Dienstmagd zur autoritären Gattin ihres adeligen Herrn wird, sieht man im Unternalber Mehrzwecksaal.

Martin Wacks, musikalischer Leiter, ist kein Unbekannter im Retzer Land. Er inszenierte die Komische Oper „Rita oder der geprügelte Ehemann“ 2012, damals schon in Kooperation mit der Caritas der Erzdiözese Wien. Der Aufführungsort war seitdem nie derselbe und passt zum Stück. Beim ersten Mal diente das Salettl von Pollaks Retzbacherhof, 2013 der Caritas-Bauernhof in Unternalb als Kulisse. Dort wurde für „Die schöne Galathée“ eine Bühne geboten, aber nicht unter Martin Wacks.

Der Erfolg der Benefizveranstaltungen findet seine Fortsetzung im Februar 2014. Wacks: „Ich finde, Unterstützung für Menschen, die es notwendig haben, kann einem viel mehr geben, als vielleicht eine höhere Zahl auf dem eigenen Konto.“

Die Gäste dürfen eine kurze, spritzige Komödie mit wunderschöner Musik erwarten. „Wir hatten bereits in Wien Gäste, die noch nie zuvor ein Opernhaus betraten, aber voll und ganz begeistert waren“, erzählt der studierte Opernkorrepetitor. „Und ja, die Opernkenner und Kritiker waren auch völlig überzeugt von der Aufführung.“

Das Werk aus dem 18. Jahrhundert ist in seinem Inhalt heute noch aktuell. „Es hat sich im Wandel der Jahrhunderte wohl vieles verändert, aber die Verhältnisse, Liebe und Zwist zwischen Mann und Frau quer durch alle Gesellschaftsgruppen sind seit jeher gleich geblieben“, so Wacks.