Coronakrise im Pulkautal: „Alles verlangsamt sich“. Gemeinden im Retzer Land und Pulkautal kümmern sich um ältere Mitbürger und appellieren an die Vernunft.

Von Sandra Donnerbauer und Romana Schuler. Erstellt am 18. März 2020 (04:58)
Stefan Schmid ist Bürgermeister der Stadtgemeinde Schrattenthal. Auf dem Kanal „Schrattenthal digital“ gibt er Informationen zur aktuellen Lage.
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Ruhig und diszipliniert laufe das Leben dieser Tage in Retzbach ab. Das Gemeindeamt sei telefonisch erreichbar, aber für persönliche Vorsprachen geschlossen.

„Wir haben alle älteren Mitbürger, von denen wir wissen, dass sie niemanden haben, angerufen und unsere Hilfe angeboten“, berichtet Bürgermeister Manfred Nigl. Lebensmittel oder Medikamente werden bei Bedarf von den Mitarbeitern der Gemeinde besorgt. Auch einige Freiwillige hätten sich dafür schon angeboten.

Schmid versandte digitale Videobotschaft

Schrattenthals Bürgermeister Stefan Schmid wandte sich über den Video-Kanal „Schrattenthal digital“ an seine Gemeindebürger, rief zur gegenseitigen Hilfe auf und gab seine Privatnummer an die Bürger für Notfälle weiter. „Ich habe schon beobachtet, dass man einander geholfen hat. Das funktioniert sehr gut.“

Der Kindergarten sei wie überall auf Notbetrieb heruntergefahren; am Montag konnten sogar alle Kinder zuhause betreut werden. Einen Journaldienst werde es natürlich weiter geben.

Bürgermeister Peter Frühberger hat in seiner Gemeinde Seefeld-Kadolz den Betrieb im Gemeindeamt reduziert, trotzdem werden alle Anliegen weiterbearbeitet. „Für Notdienste ist gesorgt!“ Eine Kindergartenpädagogin stehe zur Verfügung. „Alles verlangsamt sich. Ich arbeite von zu Hause und merke, dass die Datenleistung deutlich langsamer ist, weil sich viele Menschen inzwischen ein Homeoffice eingerichtet haben“, sagt der Bürgermeister.

Bürgermeister appelliert an die Vernunft

Die Hadreser Bürger wurden von Gemeindechef Josef Fürnkranz via Flugblatt über die Ausnahmesituation aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus informiert.

Alle Orte, wie Vereinslokale, die von der Sperre betroffen sind, sind angeführt. Es wird erklärt, wie der Kontakt zum Gemeindeamt verläuft. Der Bürgermeister appelliert eindringlich an die Vernunft: „Wir sind froh, dass wir bis jetzt coronafrei sind. Aber ob wir die Grea‘ im Ostermonat heuer haben werden, ist fraglich“, gab Fürnkranz zu verstehen.