Pulkautaler Musikanten: Pause dauert schon zu lange. Fast sieben Monate ist der letzte Auftritt der Pulkautaler Musikanten her. Die Sehnsucht nach den Proben ist groß.

Von Romana Schuler. Erstellt am 04. April 2021 (04:36)
Ein Bild aus schöneren Tagen. Obmann und Kapellmeisterin hoffen, durch Corona nicht Mitglieder zu verlieren.
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Die Hadreser Dorfmusik zählt über 100 Mitglieder, davon sind mehr als 80 als Musiker aktiv. Damit ist sie die größte Blasmusikkapelle im Pulkautal. Die Musiker, die ein Durchschnittsalter von 28 Jahren haben, kommen aus der ganzen Region, von Pernersdorf bis Seefeld-Kadolz, zusammen. Und wie so viele andere hoffen sie, endlich wieder aktiv sein zu dürfen.

Eine Besonderheit ist: Die meisten Musiker spielen nicht nur ein Instrument, sondern beherrschen gleich drei oder vier davon. Initiiert wurde die Dorfmusik Hadres im Jahr 1985 von Altbürgermeister Karl Weber, der sie bis heute fördert. „Ich möchte seine Verdienste besonders hervorheben. Ohne seinen Einsatz und sein Durchhaltevermögen würde es uns wahrscheinlich nicht geben“, sagt Gabriel Hoffmann, der seit 2015 Obmann der Dorfmusik ist.

Die Corona-Pandemie trifft auch Blasmusikkapellen hart. Finanziell ist die Dorfmusik zwar gut aufgestellt und der Vorstand arbeitet auch während des Lockdowns engagiert, aber: „Wir können nicht proben, weil durch das Blasen natürlich viel Atemluft verwirbelt wird“, erklärt die Leiterin der Kapelle, Agnes Brandstötter, die im Jänner 2020 offiziell zur Kapellmeisterin ernannt wurde.

Die regelmäßige Probe fehlt seit einem Jahr

Obwohl die Dorfmusik Hadres keine professionelle Kapelle ist, ist sie überregional bekannt; so haben die Pulkautaler Musikanten etwa im Wiener Prater gespielt und traten regelmäßig bei verschiedenen Blasmusiktreffen auf. Letztes Jahr gab es für die Kapelle nur ein kurzes Zeitfenster in den Sommermonaten, um proben und aufzutreten zu können. „Unser letztes Konzert hatten wir am 9. September am Obritzer Sportplatz, und im August hatten wir eine öffentliche Probe am Hadreser Wohlfühlplatz in der Kellergasse“, erinnert Brandstötter.

Das Frühjahrskonzert war für die Dorfmusik das jährliche Highlight, konnte aber schon letztes Jahr nicht mehr stattfinden. Vor Corona wurde jeden Freitagabend in der Musikschule geprobt. Seit nahezu einem Jahr gibt es diese Art von Regelmäßigkeit nicht mehr. Obmann und Kapellmeisterin sind besorgt, dass einige der Mitglieder aufgrund der langen Pause nicht zurückkommen könnten.

„Wir versuchen, uns über Videokonferenzen zu treffen, wie bei unserem virtuellen Weihnachtsfest mithilfe von Zoom“, berichtet Hoffmann, und Brandstötter ergänzt: „Aber gemeinsames Spielen geht unter unseren technischen Bedingungen leider nicht, weil es dadurch immer zu einer Zeitverzögerung kommt.“ Beide würden sich freuen, wenn wieder alle in der Kapelle musizieren könnten. Das musikalische Repertoire wurde in den letzten Jahren erweitert. Heute könne man nicht nur mehr Märsche und Polka spielen, man müsse auch aktuelle und moderne Stücke, vor allem für die Jugend, im Programm haben.

Gespielt werden überdies Stücke von Komponisten aus dem Pulkautal, wie von Hans Veith. „Von ihm spielen wir gerne den Feuerwehrmarsch und noch ein weiteres Stück, einen Walzer“, erzählt die Kapellmeisterin. Die Musik habe auf sie die Wirkung eines Mediums, das ihr hilft, sich an bestimmte Begegnungen und Ereignisse in ihrem Leben zu erinnern.