Toter nach Unfall mit Tresorknacker. Pkw-Lenker, der Mopedfahrer erfasste, war nach gescheitertem Bank-Coup auf freiem Fuß.

Von Thomas Werth und Christoph Reiterer. Erstellt am 23. August 2017 (04:38)
Stark
Die Stelle zwischen Pfaffstetten und Großmeiseldorf, an der sich dastragische Unglück ereignete. Für einen Mopedfahrer aus dem Schmidatal kam jede Hilfe zu spät.

Wäre diese Tragödie vermeidbar gewesen? Diese Frage stellte sich nach dem tödlichen Verkehrsunfall vergangenen Donnerstagabend auf der L 1228 zwischen Pfaffstetten und Großmeiseldorf ( wir hatten berichtet, siehe hier ). Ein Mopedlenker (59) war gegen 21.35 Uhr frontal mit dem Pkw eines 27-Jährigen kollidiert.

Laut Autolenker auf die Gegenfahrbahn geraten

Der Ziersdorfer, der in Ravelsbach lebte, war laut dem Autolenker auf die Gegenfahrbahn geraten und starb noch an der Unfallstelle. Da zunächst unklar war, ob es auch einen Beifahrer gab, hob ein Helikopter des Innenministeriums mit einer Wärmebildkamera ab.

Der 27-Jährige, ebenso aus dem Schmidatal, flüchtete hingegen. Laut eigenen Angaben soll sein Handy-Akku leer gewesen sein, weshalb er nach Hause gelaufen sei, um jemanden verständigen zu können.

Einbrecher waren am Tag danach schon wieder frei

Wie sich später herausstellen sollte, ist der 27-Jährige bei der Polizei kein Unbekannter. Zusammen mit einem Komplizen (25) hat er vor rund einem Monat versucht, in Straß im Straßertale den Bankomat-Tresor der Raiffeisenbank zu knacken ( ).

Allerdings scheiterte das Duo mit der Autogen-Schweißanlage an den zu starken Metallwänden des Automaten. Nach zehn Minuten gaben die beiden auf, hatten aber bereits stillen Alarm ausgelöst.

Für den 25-Jährigen klickten noch vor Ort die Handschellen, der 27-Jährige konnte zunächst flüchten und wurde einige Stunden später nach einer groß angelegten Suchaktion geschnappt.

Aber: Am nächsten Tag waren die Bankeinbrecher bereits wieder frei. Da sie einen festen Wohnsitz haben und noch unbescholten waren, sieht die Justiz in solchen Fällen eine Anzeige auf freiem Fuß vor. Die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen, wie Daniela Weissenböck, Sprecherin der Landespolizeidirektion, am Montagnachmittag bekanntgaben.