Drei Brüder auf dem Jakobsweg

Herbert und Othmar Krautwurm und Edi Himmelbauer machten wahr, was sie sich lange vorgenommen hatten.

Romana Schuler Erstellt am 21. September 2021 | 08:20

Seit Jahren schon hatten die drei weithin bekannten Brüder Herbert Krautwurm, Othmar Krautwurm und Edi Himmelbauer den Wunsch kundgetan, den Weinviertler Jakobsweg zu gehen. Endlich wurde ein Termin gefunden, um sich gemeinsam auf den Pilgerweg zu machen.

Eine Woche sollte das Pilgern dauern, und dazu war eine entsprechende Vorbereitung nötig. Um die 170 Kilometer in sechs Tagen zu bewältigen, musste regelmäßiges Wandertraining absolviert werden, mit dem im Mai gestartet wurde: Wöchentlich unternahmen die Brüder eine 15 Kilometer lange Wanderung, die immer am gleichen Zielort endete, nämlich beim „Karlwirt“ in Alberndorf.

„Die Zimmer für unsere Übernachtungen haben wir im Voraus gebucht“, berichtet Othmar Krautwurm, der jüngste der drei Brüder. Richtig los ging es am 19. August, mit einem acht Kilo schweren Rucksack und mit Stöcken, wie Herbert Krautwurm erzählt. Der Plan war, den Weinviertler Pilgerweg grenzüberschreitend zu begehen. Daher wurde am Heiligen Berg bei Mikulov gestartet.

Plötzlich tauchte der Landtagspräsident auf

Elisabeth Himmelbauer chauffierte das Trio dorthin, wo gleich die erste Überraschung wartete: „Wir dachten, man könne mit dem Auto auf den Berg hinauffahren und entspannt herunterwandern. Aber das war nicht möglich, also mussten wir gleich einmal den mühsamen Weg hinaufgehen und haben damit drei Stunden länger gebraucht“, schildert Edi Himmelbauer.

Natürlich kam es am Weg zu besonderen Erlebnissen. „Zum Beispiel im Hohlweg in Poysdorf. Da hörten wir plötzlich Traktorengeräusche hinter uns, und als wir uns umdrehten, gab es eine laute Begrüßung, weil am Steuer saß Landtagspräsident Karl Wilfing persönlich“, lacht Herbert Krautwurm. „Und einmal waren wir Lebensretter“, ergänzt Othmar Krautwurm. Eine Frau, die selbst den Pilgerweg ging, hatte sich verirrt und fand aus dem Wald bei Ernstbrunn nicht mehr heraus. Sie war überglücklich, als sie auf die drei Brüder traf. Diese hatten sich rechtzeitig mit einer speziellen App für den Jakobsweg ausgerüstet und konnten sich eigentlich gar nicht verlaufen.

Sakrales Highlight: Das Minoritenkloster in Asparn

Überall seien die drei Pilger herzlichst aufgenommen worden. Die Kulinarik entlang des Pilgerweges – von Falkenstein über Mistelbach, Großrußbach, Stockerau und Kirchberg am Wagram bis nach Krems – sei überall hervorragend gewesen. „Wir im Weinviertel haben wirkliche Spitzengastronomen.“

Auf der Wanderung wurden insgesamt 19 Kirchen besucht; ein Highlight, darüber ist sich das Trio einig, war das Minoritenkloster in Asparn an der Zaya. Dort wurden sie am Abend vom Ordensbruder Norbert empfangen; und dem fiel gleich auf, dass die drei Brüder seien. Im Kloster wären vier Brüder, und damit hätten sie schon etwas Gemeinsames!

Dem Klassik-Konzert vom Bett aus gelauscht

Todmüde vom Wandern lagen sie bereits flach im Bett, da hörten sie bei offenem Fenster live ein klassisches Konzert im Innenhof des Klosters. „Das war sensationell“, schwärmt Edi Himmelbauer.

Manche Dinge haben allerdings gefehlt und manches würden sie bei einer weiteren Pilgerreise anders machen. „In manchen Orten gab es kaum Sitzbänke, man ist müde und würde sich gerne mal hinsetzen“, sagt Othmar Krautwurm. Sein Bruder Herbert meint, er würde mehr Tage einplanen und kürzere Wegstrecken pro Tag wandern. So könne man mehr von der Gegend erfahren. Dem stimmen seine Brüder zu.