Drei Landwirte rittern um den ersten „Vifzack". Die Landwirtschaftskammer NÖ vergibt im Herbst den Innovationspreis „Vifzack“. Aus dem Bezirk freuen sich Lukas Rohrer, Marion Aigner-Filz und Josef Loiskandl über viele Stimmen beim Online-Voting.

Von Sandra Frank. Erstellt am 08. Juli 2019 (08:13)

Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich vergibt 2019 erstmals den Innovationspreis „Vifzack“. Damit sollen die Gestaltungskraft und das Durchhaltevermögen engagierter Landwirte gewürdigt werden, die innovative, mutige Projekte auf ihren Betrieben erfolgreich umgesetzt haben. 

Auch drei Betriebe aus dem Bezirk Hollabrunn sind im Rennen. Der Startschuss für das Publikumsvoting, das bis 30. September läuft, ist bereits im Rahmen der Wieselburger Messe gefallen.


Bauern als moderne Unternehmer

Im stetigen Wandel der Landwirtschaft und vor dem Hintergrund sich ändernder Rahmenbedingungen werde es immer wichtiger, Betriebe mit neuen Ideen weiterzuentwickeln und damit wirtschaftlich abzusichern, sagt Landwirtschaftskammerpräsident Johannes Schmuckenschlager. 

Die Bauern seien moderne Unternehmer. Für einen Betrieb sei es ungemein wichtig, den Markt und die Kundenbedürfnisse zu analysieren und zu beobachten. Deshalb sollen beispielhafte Projekte vor den Vorhang geholt werden.

65 Betriebe aus ganz Niederösterreich haben sich beworben und stellen sich einer Fachjury. Die Sieger werden im Herbst im Rahmen einer Innovationsgala gekürt. Weiters gibt es die Möglichkeit, den Publikumspreis zu gewinnen. Das Voting läuft bis 30. September 2019 auf noe.lko.at/vifzack.

Über viele Stimmen freuen sich auch folgende Landwirte aus dem Bezirk Hollabrunn:

Lukas Rohrer aus Schalladorf mit seiner Dinkelentspelzungsanlage:

 Herausforderung war es, ein neues Verfahren zu entwickeln, bei dem die Körner schonend von der Schale getrennt werden. Gemeinsam mit Michael Brandstötter und Lukas Obermann plante und baute er im Zuge einer Diplomarbeit den Prototypen einer Anlage, bei der die Körner mit Druckluft entspelzt werden. 

Der Körnerbruch wird auf ein Minimum reduziert. So kann beinahe der gesamte Dinkel für die Lebensmittelerzeugung verwendet werden; zerbrochene Körner können nur als Tierfutter genutzt werden. Weiters seien für viele Landwirte aufgrund der wenigen Standorte der Entspelzungsanlagen lange Anfahrtszeiten keine Seltenheit. Durch geschickt gestaltete Maschinengemeinschaften könnten die Anschaffungskosten gesenkt und die Auslastungen gesteigerte werden. Nächstes Ziel ist es, die Anlage noch praxisnäher zu gestalten, um sie vermarkten zu können.  

Marion Aigner-Filz aus Porrau mit dem Projekt „Biogemüse und Sonnenstrom direkt vom Bauernhof“:

Am Dach des Biohofes ist Platz für 14 kWp, die eine Jahreserzeugung von 14.000 kWh liefern. Es ist die weltweit erste beteiligte Finanzierung einer PV-Anlage. Diese wurde durch 17 Anteile finanziert. Der überschüssige Strom wird an die Teilnehmer abgeführt, das Finanzierungsgeld in Gutscheine „umgewandelt“. 

Der Stromanbieter „eFriends Energy“ macht das mit seiner einzigartigen Technik und innovativem Tarif möglich. Im eFriends-Netz kann jeder mitmachen und den überschüssigen Strom aus der PV-Anlage beziehen, teilen, tauschen, kaufen und verkaufen.

Josef Loiskandl aus Grund mit seinem Erlebniskeller „Urgrund“:  

Die Errichtung eines ansprechenden Mehrzweck-Präsentationsraumes mit Wow-Effekt, wobei bestehende und eingestürzte Kellerröhren in einen hochmodernen Präsentationsraum in elf Meter Tiefe verwandelt werden. 

Durch persönliche Führungen des Chefs soll die Kundenbindung weiter gestärkt werden. Der Keller soll spürbar gemacht, Altes und Neues ohne Klischees gezeigt werden. Der Erlebniskeller ist an den eigenen Heurigenbetrieb angebunden.