Ein Haus zum Hunderter. „Weil alle überall dabei sind“ gibt‘s in Porrau ein Feuerwehr- und Dorfhaus für alle.

Von Christiane Fürst. Erstellt am 04. Juni 2019 (11:55)

„Wir haben uns zum Geburtstag selbst das fertige Dorfhaus geschenkt“, schmunzelte Kommandant Rudolf Holzer bei der Feier zum 100-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Porrau. Hier wurde nach elf langen Jahren das fertige Dorfhaus samt Jugendtreff präsentiert. In der Ortschaft wird es als Gemeinschaftshaus fungieren, weil „sowieso alle überall dabei sind“.

„Fangt’s mal an, alles andere werden wir sehen“, unter diesem Motto wurde vor elf Jahren der Startschuss für den Neubau des Dorfhauses gegeben. Doch was der damalige Göllersdorfer Bürgermeister Alfred Scheidl nicht wissen konnte: Seine Worte sollten das Bauvorhaben perfekt beschreiben.

80 Prozent des Baus aus Eigenhand

Vor allem finanzielle Engpässe haben die Baudauer in die Länge gezogen, erklärt Holzer. Allerdings haben sowohl die Feuerwehr als auch der Dorfhauserneuerungsverein 80 Prozent des Baus – etwa die Installationsarbeiten und Fassade – selbst gemacht.

Dafür ist Holzer besonders seinem „harten Kern“, der immer zum Helfen bereit war, dankbar. Eben dieses Miteinander wurde von Bürgermeister Josef Reinwein gelobt. Alle sollen stolz darauf sein, was sie miteinander geschaffen haben.

Die Leistungen der Feuerwehr gehen laut Reinwein weit über das Sichtbare hinaus. Dem stimmt Pfarrer Michael Wagner zu, ihm sei erst diese Woche wieder aufgefallen, wie wichtig die Feuerwehr sei, nämlich als er an einem Werktag bemerkt habe, dass Wasser in seinem Keller gestanden ist. Zu seinem Erstaunen waren in kürzester Zeit viele Helfer zur Stelle. „Oft ist die Wahrscheinlichkeit, selbst Hilfe zu brauchen so weit weg, dass man gar nicht mehr merkt, wie alles zusammenspielt“, erzählt Wagner.

Tätigkeit verändert, Erfolgsrezept bleibt 

Wie sehr sich die Tätigkeit der Feuerwehr seit ihrer Gründung verändert hatte, darüber wusste das Gemeindeoberhaupt zu berichten: Statt dem Löschen von Bränden ist nun der Katastrophenschutz das Haupteinsatzgebiet der Wehr. Das Erfolgsrezept der Kameraden sei aber das selbe geblieben: „Die Häuser, Werte und Existenz der Menschen werden gesichert“, erklärt Reinwein. Landtagsabgeordneter Richard Hogl lobte die vorgestellte Dorfchronik, die nach eineinhalb Jahren Arbeit beim Festakt präsentiert wurde.

Neben der großen Eröffnung des Dorfhauses fand außerdem das Feuerwehrfest mit dem beliebten „Noch-Kiritog“ statt.