Hollabrunn

Erstellt am 16. Januar 2019, 03:22

von Christoph Reiterer

Hollabrunner Mühlenprofessor Schöffl feiert seinen 80er. Ehemaliger Gym- Lehrer hat bereits die nächsten Projekte in Arbeit.

Otto J. Schöffl ist 80. Die Mühlentechnik hat ihn seit seiner Kindheit nicht mehr losgelassen.  |  privat

Otto J. Schöffl, Mühlenforscher, Mühlenbuchautor, Gründungs- und Vorstandsmitglied der „Österreichischen Gesellschaft der Mühlenfreunde“ in Hollabrunn und des Kulturvereins „Kühle Mühle – heiße Stühle“ mit Sitz in Roseldorf, feiert am Mittwoch, 16.1., seinen 80. Geburtstag.

Der Jubilar wuchs in einer funktionierenden Mühle in Roseldorf an der Schmida auf, wo er die schwere Müllerarbeit erlebte – die Instandhaltung des kilometerlangen Mühlbaches, das Tragen der schweren Getreidesäcke, das Abeisen des Wasserrades, das Arbeiten nachts und an Wochenenden, aber auch hautnah das Mühlensterben in den 1960ern.

Auch zwei Denkmäler gehen auf Schöffls Engagement zurück

Im Wein- und Waldviertel lagen Tausende Mühlen – Getreidemühlen im Weinviertel, der Kornkammer Österreichs, Sägemühlen hauptsächlich im Waldviertel. Heute arbeitet nur noch knapp ein Dutzend davon.

Schöffls ganzes Leben galt der Beschäftigung mit diesem Thema, besonders in der Zeit nach seiner Pensionierung als Gymnasiallehrer in Hollabrunn. Jahrelang wanderte er die Bäche der Heimat entlang, besuchte die stillgelegten Mühlen und dokumentierte, was er von den Menschen vor Ort erfuhr.

In der „Österreichischen Gesellschaft der Mühlenfreunde“ mit Ehrenobmann Josef Pröll ist er Präsident-Stellvertreter. In einer von ihm initiierten Mühlenakademie versuchte er über die Agrar-Plus-Akademie, Menschen für das Mühlenthema zu begeistern. Otto Schöffl veröffentlichte vier Bildbände dazu, ein Leader-Projekt mit der HLW ist in Arbeit.

Auch zwei Denkmäler – dreiteiliges Mühlendenkmal in Roseldorf von Misha Stroj (Kunst im öffentlichen Raum) und Wasserrad-Denkmal mit Rondo am Kreisverkehr am Hollabrunner Mühlenring – gehen auf sein Engagement zurück.

Derzeit unterstützt der Jubilar das Projekt Bockwindmühle in Lassee im Hinblick auf die NÖ Landesausstellung 2022, stets unterstützt von seiner Familie, allen voran Gattin Elisabeth Schöffl-Pöll, mit der er zwei Jahrzehnte lang in der Ehevorbereitung und Ehebegleitung der Erzdiözese Wien nebenberuflich tätig war.