25 Euro für jeden Hollabrunner Haushalt. Durch den „Hollabrunn Gutschein“ soll die durch den Corona-Lockdown gebeutelte Wirtschaft angekurbelt und Familien sollen etwas entlastet werden.

Von Sandra Frank. Update am 24. Juni 2020 (08:55)
25 Euro für jeden Hollabrunner Haushalt
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Jeder Haushalt der Stadtgemeinde Hollabrunn soll einen Wertgutschein in der Höhe von 50 Euro bekommen, Single-Haushalte den halben Betrag. Diesen Dringlichkeitsantrag brachten SPÖ und FPÖ gemeinsam in die Sitzung des Hollabrunner Gemeinderats ein.

Von der Regierung seien bisher nur „heiße Luft und Almosen“ versprochen worden, darum müsse die Gemeinde einspringen, begründet Michael Sommer (FPÖ) den Antrag.

Für Stadtrat Wolfgang Scharinger (Bürgerliste) war das Ansinnen nicht konkret genug. Die Gutscheine sollen für alle Unternehmen gelten, die ihren Firmensitz in Hollabrunn haben. „Was meint man da?“, wollte Scharinger wissen, ob auch große Lebensmittelkonzerne gefördert werden. „Da bin ich nicht dafür“, will er lieber die Wirte und kleineren heimischen Unternehmen unterstützen. Er selbst  gebe 90 Prozent seines Gehalts in Hollabrunn aus und habe noch nie etwas im Internet bestellt.

Die Klubobfrau der Liste Scharinger, Daniela Lichtenecker, war ebenfalls skeptisch. Die Bürgerliste verlose gerade Gutscheine für Wirtshäuser, „aus unserer Tasche und nicht auf Kosten der Bürger“.

Abwicklung über Hollabrunner Einkaufscard

Das war das Stichwort für ÖVP-Vizebürgermeister Kornelius Schneider, der für die Finanzen der Bezirkshauptstadt zuständig ist. Er sehe es als Pflicht der Gemeinde, die heimische Wirtschaft zu stärken. Dazu würden auch Großkonzerne mit Standort in Hollabrunn zählen, denn diese bezahlen ebenfalls Kommunalsteuer an die Stadt. Das Land NÖ rate den Gemeinden zwar, von Maßnahmen wie das Verteilen von Gutscheinen abzusehen, aber: „Wir müssen die Familien unterstützen“, betonte Schneider.

Da für dieses Vorhaben jedoch kein Budgetposten vorgesehen ist, schlug er einen Kompromiss vor. Er will die Zweitwohnsitzer ausschließen, um eine Mehrfachförderung zu vermeiden, und den Betrag auf 25 Euro halbieren. „Das sind dann immer noch 140.000 Euro.“ Für etwa 5.200 Haushalte. „Gespielt“ soll das ganze über die Hollabrunner Einkaufscard werden. Diese kann von 18. August (Montag) bis 18. September (Freitag) im Rathaus bezogen werden. Etwa 5.000 Karten können binnen zwei Wochen produziert werden. „Es ist abwickelbar“, hat das Stadtchef Alfred Babinsky (ÖVP) bereits mit den Rathausmitarbeitern abgeklärt.

Antrag einstimmig angenommen

„Das ist ein guter und gangbarer Weg“, signalisierte Grünen-Mandatar Georg Ecker, dass seine Fraktion für diesen Abänderungsantrag stimmen werde. „Es ist eine sehr gute Sache. Wenn die Leute eine solche Karte einmal im Haushalt haben, können sie sie immer wieder aufladen“, hofft Babinsky, dass die Karte mehr als einmal verwendet werden wird. Stadtmanagerin Julia Katschnig habe man bereits beauftragt, noch mehr Betriebe – derzeit sind es um die 40 – zu motivieren, die Hollabrunner Einkaufscard zu akzeptieren.

Da sich SPÖ und FPÖ mit diesem Kompromiss ebenfalls anfreunden konnten, wurde der Antrag des Vizebürgermeisters einstimmig angenommen.

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