Erlebniskeller als Paradies. „Der Name der Rose“ / Eine zweijährige Erfolgsgeschichte ist nach 37 Vorstellungen vorläufig einmal zu Ende gegangen. Schon nächstes Jahr soll der Keller aber wieder zum Theater werden.

Von Sandra Frank. Erstellt am 11. Juni 2014 (09:40)
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Das gesamte Ensemble im fantastischen Ambiente der Rathauskapelle, in der heuer die Finalszene gespielt wurde.
„Als wir das Projekt ,Der Name der Rose‘ im Winter 2012/13 für das Viertelfestival zu planen begonnen haben, konnten wir uns nicht vorstellen, dass wir zwei Jahre später immer noch dastehen und dieses Stück spielen“, ist Regisseur Christian Pfeiffer nach wie vor überwältigt vom Erfolg der Produktion.

„Wir hatten regelrecht Groupies, die nicht nur Vorstellungen beider Aufführungsserien gesehen haben, sondern das gleich mehrmals.“

Abgelehnte Gastspiele und ein neues Projekt 

Öfter gab es im Verlauf der insgesamt 37 Vorstellungen auch Gastspiel-Angebote für diese Produktion. „Aber da bin ich hart geblieben, denn das Stück wurde für den Erlebniskeller in Retz inszeniert und ebendort gehört es auch hin“, zeigt sich Pfeiffer kompromisslos.

Er würde durch etwaige Gastspiele die Exklusivität der Location beeinträchtigt sehen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die ‚Rose‘ woanders dasselbe Flair entwickeln würde“, so Pfeiffer. Deswegen arbeiten sein Team und er bereits eifrig am – hoffentlich – nächsten Knüller. Nächstes Jahr im Mai soll „Jack the Ripper“ im Keller sein Unwesen treiben.

Die Herausforderungen dabei sind groß. „Es ist wieder ein Stück mit einem Riesen-Ensemble, der Aufwand für Bühnenbild und Kostüme wird erheblich mehr sein als für ‚Name der Rose‘ und – das schwierigste von allem – es gibt keine Vorlage, auf die wir zurückgreifen können“, erzählt Pfeiffer von den Plänen für den Keller als Theaterschauplatz.

„Die Schauspieler haben Retz richtig lieb gewonnen“

Er arbeitet bereits intensiv an den Recherchen. Sein ehrgeiziges Ziel ist es, fast zur Gänze mit Originaltexten aus dem Jahr 1888, dem Jahr als Jack the Ripper im Londoner Whitechapel seine grauenvollen Morde begangen hat, zu arbeiten.

„Das heißt, der Keller wird mich auch im Sommer nicht loslassen“, lacht Pfeiffer, wobei er die rund 380 Treppen pro Vorstellung vorläufig nicht vermissen wird.

„Ich hoffe auch sehr, dass viele vom ‚Rose‘-Team wieder mit an Bord sind. Die Schauspieler haben Retz richtig lieb gewonnen und ich hab das Gefühl, den Retzern geht es mit uns auch so“, schmunzelt Pfeiffer sichtlich zufrieden.