Neuer Musik-Schulzweig in Hollabrunn weckt Neugier. Musik ist Schwerpunkt ab dem Schuljahr 2018.

Von Sandra Frank. Erstellt am 21. Dezember 2017 (04:41)
EbGym Hollabrunn
Singen, musizieren, präsentieren: Im Erzbischöflichen Gymnasium freut man sich auf den neuen Schwerpunkt.

Mit dem Schuljahr 2018/19 wird das Erzbischöfliche Gymnasium Hollabrunn einen neuen Schulzweig haben: Ein musikalischer Schwerpunkt erweitert das Angebot der katholischen Privatschule.

Bisheriger HUM-Schwerpunkt wurde umgeschichtet

„Die Idee gibt es schon länger“, berichtet Direktorin Ingrid Lehner-Pfennigbauer im NÖN-Gespräch. Allein das Gebäude weise bereits eine musikträchtige Geschichte auf. Das EBG sollte sich breiter aufstellen, so ein Wunsch der Erzdiözese Wien. Nur ein Schwerpunkt, im Fall der Hollabrunner Schule war dies bisher der Zweig Humanbiologie und Humanpsychologie (HUM), sei nicht mehr zeitgemäß.

„Es war klar, dass der zweite Schwerpunkt Musik werden wird“, spricht die Direktorin die Tatsache an, dass es in der näheren Umgebung keine AHS mit einem solchen Schwerpunkt gibt. Etwa eineinhalb Jahre Vorbereitungsarbeit investierten verschiedene Fachgruppen in den neuen Lehrplan. Da der musische Zweig mit der ersten Klasse startet, wurde auch der bisherige HUM-Schwerpunkt, der bisher mit der 3. Klasse begann, umgeschichtet.

„Es waren viele zusätzliche Arbeitsstunden“, erinnert sich Musikpädagoge Joachim Celoud. Stunden, die er und seine Kolleginnen Bernadette Eliskases-Tuzar und Karoline Schöbinger aber gern investierten. Der Musik-Zweig soll Theorie und Praxis verbinden. Oder, wie Celoud es nennt: „Es soll eine Verbindung von Emotion und Intellekt entstehen.“

Vier Stunden Musik pro Woche werden auf dem Stundenplan stehen. „Während so eines intensiven Prozesses wächst man auch mehr zusammen“, denkt Eliskases-Tuzar an die Arbeitsstunden. Die drei Musikerzieher arbeiten gut zusammen, ihre verschiedenen Interessen greifen gut in einander, betonen die Pädagogen.

„Schüler sollen auf Bühne bestehen“

Die Ziele, die mit diesem neuen Schwerpunkt verfolgt werden, beschreibt Eliskases-Tuzar: „Unsere Schüler sollen auf einer Bühne bestehen können.“ So wird den Jugendlichen nicht nur Singen und Musizieren beigebracht, sondern auch das Auftreten. „Das kannst du nur vermitteln, wenn du selbst Künstler bist“, weiß die Musikpädagogin aus eigener Erfahrung. Mit der Musik gehen außerdem Präsenz und Konzentration einher.

Die Schüler lernen, gemeinsam zu bestehen, führt Celoud aus. „Sie lernen auch, mit Kritik umzugehen“, ergänzt Eliskases-Tuzar. Lehner-Pfennigbauer ist es wichtig, zu betonen: „Wir wollen aber keine Profis heranzüchten.“

„Die Schüler bekommen bei uns die Möglichkeit, ihre Leidenschaft auf einem adäquaten Niveau auszuüben“, präzisiert Eliskases-Tuzar. Die Zusammenarbeit mit der Musikschule spiele dabei eine große Rolle. „Die individuelle Ausübung am Instrument findet dort statt“, sagt Celoud. Eine allgemeine Ausbildung erhalten die Schüler im EBG in der Gruppe.

„Extrem hohes Interesse“ am neuen Zweig ortete die Musikpädagogin beim Tag der offenen Tür, vor allem bei den Schülern der dritten Volksschulklassen. Bereits in dieser Schulstufe können sich die Kinder am EBG anmelden. „Wir werden mit einer oder auch zwei Klassen starten“, kann die Direktorin noch keine genaue Auskunft über die Schüleranzahl geben. Die Aufnahmegespräche, bei denen die Interessen der künftigen Schüler abgefragt werden, gehen erst im Jänner – nur nach Voranmeldung – über die Bühne.