Das Retzer Land wird klimafit. Der Retzer Gregor Danzinger kümmert sich um die Klimapolitik von Retzer Land und Hardegg.

Von Sandra Donnerbauer. Erstellt am 14. Juni 2019 (05:28)
KEM Retzer Land
KEM-Manager Gregor Danzinger will nicht auf die Regierungspolitik warten, sondern Klimapolitik aus der Bevölkerung heraus betreiben. In den Gemeinden hat man schon viele Ideen, deren Umsetzung er unterstützen wird.

Das Wetter wird extremer: Die Temperaturen steigen, Wasser wird knapper und fällt vermehrt in Starkregenfällen. Maßnahmen umzusetzen, um diese Klimaveränderungen einerseits abzuschwächen und andererseits besser damit leben zu können, ist Aufgabe von Gregor Danzinger.

Seit Jahresbeginn sind die fünf Retzer Land-Gemeinden und Hardegg eine von österreichweit 95 Klima- und Energie-Modellregionen (KEM). Seit einigen Wochen sind sie zusätzlich Klimawandelanpassungsregion (KLAR). Gregor Danzinger ist der Manager beider Projekte. Nach dem Schmidatal und dem Pulkautal hat sich somit bereits die dritte Region im Bezirk Hollabrunn diesen Programmen verschrieben.

Konkret bedeutet das, dass sich 18 der 24 Gemeinden des Bezirks dazu verpflichtet haben, den Klimawandel ernst zu nehmen und Taten zu setzen, um die Region fit dafür zu machen. Der Ausbau erneuerbarer Energieträger wie Photovoltaikanlagen, der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und des Radfahrens oder die thermische Sanierung öffentlicher Gebäude sollen forciert und Fördergelder dafür lukriert werden.

„Neue Geschäftsfelder für lokale Wirtschaft“

„Das ist eine tolle Entwicklungschance für die Region. Sich von den Importen fossiler Brennstoffe unabhängig zu machen, schafft neue Geschäftsfelder für die lokale Wirtschaft und damit Arbeitsplätze für die Region“, unterstreicht Danzinger die Vorteile für heimische Unternehmen. An die 4.000 Vorzeigeprojekte aus anderen KEM-Regionen gibt es schon, man muss also nichts erfinden, sondern kann gleich mit der Umsetzung beginnen.

Bis Jahresende will man die Gemeinden, Wirtschaftsbetriebe und Bürger einbinden, um konkrete Maßnahmen zu planen. In den nächsten beiden Jahren werden sie dann umgesetzt. „Alle, die Interesse haben, in diesem Bereich etwas anzupacken, können sich gerne an mich wenden. Egal, was auf europäischer Ebene vereinbart wird, die Umsetzung erfolgt immer lokal. Wir können uns einen Startvorteil verschaffen, wenn wir den Wandel schon jetzt proaktiv mitgestalten“, appelliert der 37-Jährige.

Während es in den KEM-Projekten vor allem darum geht, den CO -Ausstoß zu verringern, ist es Ziel der KLAR, sich an die gegebenen Wetterveränderungen anzupassen. Wie man zum Beispiel die geringen Niederschläge besser speichern und für die Landwirtschaft nutzen kann, ist eine Fragestellung, der man sich widmen wird. Stolz ist Danzinger, den Nationalpark Thayatal als Mitstreiter zu haben. „Der Nationalpark ist ein großer Vorreiter; hier hat man schon vor 20 Jahren begonnen, den Wald klimafit zu machen“, freut sich der KEM-Manager, der derzeit auch die Ausbildung zum Nationalpark-Ranger absolviert.