Exportschlager aus Thern. Theater-Premiere / Am 15. März ist es für die Theatergruppe mit ihrem neuesten Stück „Willkommen im Hotel Crazy“ soweit. Aber man hat noch wesentlich mehr zu bieten.

Erstellt am 04. März 2014 (23:59)
NOEN, Theatergruppe Thern
Rudolf Jisa muss noch einen Blick ins Textbuch werfen, bevor die Proben für Wolfgang Naderer und Sandra Sailer zu „Willkommen im Hotel Crazy“ weitergehen können.
Von Christian Pfeiffer

Als „Zuagraster“ muss man sich in hiesigen Gefilden Anerkennung erst mühsam erwerben. Zumindest was das betrifft, hatte Rudolf Jisa, der von allen nur Rudi gerufen wird, einen Startvorteil. Seine Ehefrau Hermine stammt aus Thern und so wurde er 1988 sehr schnell heimisch.

Schon 1990 datiert weiß die Chronik seine erste Mitwirkung bei der Theatergruppe Thern. Und was bis dahin nur sporadisches Engagement war, wurde 2001 sozusagen ernst. In diesem Jahr übernahm er die Leitung und eine seiner ersten Taten war die Gründung des inzwischen nicht mehr wegzudenkenden „KaBalletts“ und des Kasperltheaters.

2006 wagten sich Jisa und seine Truppe an ein besonderes Experiment, nämlich das erste Stück aus der Feder Jisas selbst: „Der Unglücksrabe“. „Ich hab‘ immer schon G‘schichten geschrieben. In der Schule war ich immer gut darin, eine zu erfinden. Mit dem Wissen hab ich so meine Probleme gehabt“, so der sympathische Theaterchef.

NOEN, Theatergruppe Thern
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Mit dem aktuellen Stück „Willkommen im Hotel Crazy“, das am 15. März Premiere feiern wird, ist das Oeuvre Jisas mittlerweile auf acht angewachsen. Und im Zusammenhang mit seiner Autorenschaft besteht Rudi darauf, dass sein Co-Autor Alfred Mayr keinesfalls verschwiegen werden dürfe. „Der Mann ist der rote Faden durch meine Geschichten.“

Gefallen dürften seine Stücke aber nicht nur hierorts. In Thern immerhin wird ausschließlich vor ausverkauftem Haus gespielt. Seine Stücke sind mittlerweile regelrechte Exportschlager. Das Stück des vergangenen Jahres „Mörder werden ist nicht schwer“ wurde von einer Jugendtheatergruppe im bayerischen Forchheim nachgespielt. Und Jisas „Argentinische Nächte“, das Thern 2009 spielte, hat innerhalb des nächsten Monats gleich an zwei deutschen Destinationen Premiere.

Als ob diese Aktivitäten noch nicht ausreichten, kann die Theatergruppe noch mit einem anderen Pfund wuchern. Obwohl man sich stolz dazu bekennt, eine Laientruppe zu sein, ist man mindestens so stolz, dass zwei ehemalige Mitglieder mittlerweile den Profiweg eingeschlagen haben.

Da wäre zum einen Thomas Weissengruber, der nach dem Schauspielstudium am Konservatorium in Wien beim Musical „Tanz der Vampire“ landete. Das „Herzi-Pinki“ der Therner ist aber Johannes Schmid. Dramatisch, wie es sich für einen späteren Schauspieler gehört, ging seine Karriere bei den Thernern los. Bei seiner ersten Premiere musste er auslassen, da er mit 40 Grad Fieber ans Bett gefesselt war.

Das hielt ihn nicht ab, in späteren Jahren die Schauspielschule in Innsbruck zu besuchen. Im Moment gehört er dem Ensemble des Kellertheaters Linz an. Da kann man Jisas Resume seiner bisherigen Arbeit schon gut nachvollziehen: „Ich hab was gefunden, von dem ich nie geglaubt habe, dass mich das so erfüllt.“