Flipper sind nicht tot. „Flipperdoktor“ / Gábor Varga gründete in Hollabrunn den Flipper-Sportverein Austria und setzt sich dafür ein, dass Flippern als Sport anerkannt wird. Eröffnungsturnier am 10.11.!

Erstellt am 06. November 2012 (00:00)
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Flippern lebt! Gábor Varga ist seinem kleinen „Reich“ in Wieselsfeld. Ein adäquates Vereinshaus sucht er noch.Christoph Reiterer
Von Christoph Reiterer

HOLLABRUNN / Wer kennt sie nicht, die bunten und originell gestalteten Flipperautomaten, bei denen es gilt, eine Stahlkugel auf einem abschüssigen Spielfeld möglichst lange im Spiel zu halten? Aber sind die nicht längst ausgestorben? Diese Frage hört Gábor Varga immer wieder. „Ich will das Gegenteil beweisen“, sagt der bald 48-jährige Baumarktangestellte aus Hollabrunn. Flipperautomaten sind seine große Leidenschaft und seit August gibt es den Flipper-Sportverein Austria - mit Obmann Gábor Varga. Sein großes Ziel: Flipper soll als Sport anerkannt werden.

Er hat eine abgeschlossene Lehre als Kfz-Lackierer. Doch nachdem er in der Hauptschule in Wien Bekanntschaft mit dem Sohn einer Automatenaufstellerin gemacht hatte, gab es für Gábor Varga nur noch eines: die Automaten. Er wurde Spielhallenaufseher im Wiener Prater, wurde später von einem Automatenaufsteller abgeworben und tingelte als Automatentechniker durchs Land. War irgendwo ein Gerät defekt, meldete sich schon der Pager und Varga setzte sich ins Auto. Bald wurde er nur noch der „Flipperdoktor“ genannt. Ein Nickname, der ihm bis heute blieb.

Ende der 90er-Jahre übersiedelte Varga zu seinen Eltern nach Eggendorf. Er begann, Flipper für Freunde und Bekannte zu restaurieren - mit ansehnlichem Erfolg. „Mit viel Engagement, Erfindergeist und Innovation wurden so Dutzende Flipper vor dem Schlachttod bewahrt und viele weitere in einen Besser-als-neu-Zustand versetzt“, erzählt er stolz.

Varga machte sich einen Namen in der Szene und ist aus den Internet-Foren als „flipperdoktor“ nicht wegzudenken. Jetzt hat er den nächsten Schritt gewagt und den Flipper-SV Austria gegründet. Am Samstag, dem 10. November, trägt dieser Verein sein Eröffnungsturnier in einer Shopping-Mall in Ruprechtshofen bei Melk aus. Dort verfügt Günter Freinberger alias „PinDigi“ über eine der größten Flippersammlungen Europas. Er stellt für das Turnier mehr als 30 Geräte aus allen Generationen zur Verfügung. Mitspielen darf jeder. Sonntagnachmittag waren schon fast 50 Teilnehmer angemeldet.

Mit derartigen Aktionen, der in kürzester Zeit professionell gestalteten Website www.flipper-sv.at und mithilfe von Facebook soll das Flipperspiel mittelfristig als Sportsparte beim ASKÖ und der Bundessportorganisation Anerkennung erlangen. „Ist Flippern erst einmal ein offizieller Sport, kann der nächste Schritt getan werden. Flipperautomaten wären Sportgeräte. Dadurch würde die Konzessionspflicht fallen und das wiederum würde es den Aufstellern leichter machen, diese tollen Kisten aufzustellen“, erklärt der Hollabrunner.

Er ist überzeugt, dass hier eine neue Euphorie entfacht werden kann, und ist stolz, schon fast 50 Mitglieder in seinem Verein zu haben. „Ich will die Bevölkerung wissen lassen, dass es noch Flipper und Sammler gibt, dass Turniere gespielt werden und dass jene, die privat Flipper besitzen - und das sind nicht wenige im Raum Hollabrunn - keine Außenseiter sind. Im Gegenteil: Sie sind in bester Gesellschaft!“

Es gibt übrigens auch eine Weltrangliste, in der Varga derzeit an 1.906. Stelle liegt, rund 1.750 Plätze hinter dem besten Österreicher. National findet er sich auf Platz 23.