Busunfall mit Hollabrunner Senioren forderte nun ein Todesopfer

Erstellt am 20. Januar 2022 | 05:48
Lesezeit: 3 Min
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Ein Lkw-Anhänger, der ausgebrochen war, hatte den schweren Unfall in der Oststeiermark ausgelöst.
Foto: APA/Erwin Scheriau
Henriette Kellner (71) erholte sich nach schwerem Unfall im September nicht mehr.
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Eine Busreise des Vereins „Aktive Senioren Hollabrunn“ endete vergangenen September im oststeirischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld jäh mit einem Unfall, der, wie berichtet, zunächst mehrere Schwerverletzte forderte. „Meine Mutter ist nun leider an den Folgen der Verletzungen durch das Busunglück verstorben“, erzählt Thomas Kellner im NÖN-Gespräch.

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Verstarb an den Folgen des Unfalls: Henriette Kellner.
Foto: privat

„Es war ein Schock für mich“, erinnert sich der Hollabrunner an den 27. September zurück, als er die Nachricht von seinem Vater erhielt. Die Eltern waren verletzt und wurden in unterschiedliche Krankenhäuser gebracht.

„Sie hat so viele Rückschläge in ihrem Leben gehabt und ist immer wieder aufgestanden.“

Während Vater Johann (75) mit leichten Verletzungen davonkam, hatte es Henriette Kellner schlimm erwischt: Mit mehreren Knochenbrüchen, darunter zwei Halswirbel, und Prellungen wurde die schmächtige Frau ins Grazer Krankenhaus geflogen. „Die Rettungskette hat super funktioniert“, weiß Kellner. Doch von da an begann ein langer Leidensweg, bis die 71-Jährige nun am 5. Jänner verstarb.

„Es war hart für mich zu lesen, dass sich andere Insassen des Busses schon wieder auf die nächste Reise freuen“, sagt Kellner. Seine Mutter wurde zwei Tage nach dem Unfall nach Horn geflogen, lag dort acht Wochen auf der Intensivstation, musste künstlich ernährt werden und konnte nicht sprechen. „Sie hat so viele Rückschläge in ihrem Leben gehabt und ist immer wieder aufgestanden“, sei seine Mutter eine Kämpferin gewesen, die schon Krebserkrankungen hinter sich hatte.

Großer Dank an Pfleger und Ärzte in Horn

Die Kellners saßen auf der linken Seite des Busses. „Mein Vater hat den Sattelschlepper gesehen, der den Bus erfasst hat, und versucht, meine Mutter zu schützen“, erzählt der Sohn.

Die Familie besuchte Henriette Kellner jeden Tag im Krankenhaus, „damit sie weiß, dass sie nicht alleine ist“. Großer Dank gelte allen Ärzten und Pflegern im Horner Krankenhaus. „Sie haben Außerordentliches geleistet und immer geschaut, dass sich die Mama nicht alleine fühlt“, weiß Schwiegertochter Sindy Kellner.

Vor Weihnachten noch ins Pflegeheim Retz entlassen

Kurz vor Weihnachten wurde die Patientin ins Retzer Pflegeheim entlassen, obwohl sie körperlich sehr abgebaut hatte, konnte sie schon wieder mit dem Rollator gehen. Doch am Ende fehlte ihr die Kraft, weiterzukämpfen.

„Sie ist an den Folgeerscheinungen des Unfalls gestorben“, sagt ihr Sohn, der dankbar ist, dass die katholische Seelsorgerin Monika Sulz der Familie in dieser schweren Zeit unter die Arme gegriffen hat.

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