Projekt fand im Nationalpark Thayatal Abschluss. Ergebnisse zum „Management von grüner Infrastruktur in Mitteleuropas Landschaften“ liegen vor.

Von Romana Schuler. Erstellt am 13. November 2020 (04:25)
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Die Referenten der Abschlussveranstaltung im Nationalparkhaus Thayatal (v.l.): Christine Rottenbacher, Judith Scherrer, Landtagsabgeordneter Georg Ecker (Die Grünen), Stefan Fuchs, Roman Portisch, Thomas Rögner, Silvio Schüler, Thomas Wrbka, Janine Oettel, Horst Leitner, Theresa Brandstetter, Bürgermeister Manfred Nigl, David Freudl und Florian Danzinger.
Romana Schuler

Das dreijährige Forschungsprojekt „Management von grüner Infrastruktur in Mitteleuropas Landschaften“ (MaGICLandscapes) fand im Nationalparkhaus Thayatal in Hardegg seinen gebührenden Abschluss.

Die Ergebnisse der Forschungsarbeit sollen Politikern, Landschaftsnutzern und Gemeinden Strategien und Vorschläge zur Verbesserung der grünen Infrastruktur liefern. Dafür wurden Schulungen und Workshops vor Ort und online veranstaltet. Vier umfassende Handbücher, regionale Karten und statistische Grundlagendaten über Funktionalität und Ökosystemleistungen wurden bereitgestellt, um die Projektergebnisse für die Arbeit in der Region umsetzbar zu machen.

Grüne Infrastruktur als wichtiges Instrument

Die themenbezogenen Schulungen waren auf die jeweilige Modellregion ausgerichtet. Das österreichische Projektteam konzentrierte sich auf die grüne Infrastruktur in den Regionen Westliches Weinviertel (Bezirk Hollabrunn), Thayatal und Östliches Waldviertel (Bezirk Horn).

Christian Übl, Direktor des Nationalparks Thayatal, und der Wissenschaftler Thomas Wrbka (Universität Wien) begrüßten die Gäste, danach wurden das Projekt, die Ergebnisse und Strategien von Florian Danzinger sowie Stefan Fuchs (Uni Wien) und David Freudl (Nationalpark Thayatal) präsentiert.

„Grüne Infrastruktur wird als eines der wichtigsten Instrumente angesehen, um weiteren Verlusten an biologischer Vielfalt aufgrund von Zerschneidung von Lebensräumen sowie aufgrund von Flächennutzungsänderungen entgegenzuwirken“, erklärte Danzinger.

Anschließend sprachen Experten zu Bereichen im Themenfeld Biodiversität: Theresa Brandstetter (Unser Klima Retzer Land) lieferte in ihrem Vortrag „Landschaft klimafit machen“ Beispiele, um den Klimawandel bewusster zu machen.

„Potenziale und Herausforderungen in der Landwirtschaft“ war das Thema des Ökologen Roman Portisch von der Landwirtschaftskammer NÖ. Er erklärte die Multifunktionalität von Heckenanlagen im Ackerland.

Janine Oettel und Silvio Schüler vom Bundesforschungszentrum für Wald sprachen über „Klimafitte Wälder“ und erläuterten die wichtige Rolle der Naturwälder und ihre positiven Einflüsse auf den Klimawandel.

Thomas Rögner von der Abteilung Wasserbau, Amt der NÖ Landesregierung, zeigte Lösungen für „Grüne Infrastruktur in Gewässern“ auf, wie beispielsweise die positive Wirkung der Aufweitung der Pulkau in Watzelsdorf (2012) für die Biodiversität.

Horst Leitner vom Büro für Wildökologie und Forstwirtschaft berichtete von der Erstellung eines Wildkatzenkorridorplanes im Wald- und Weinviertel auf österreichischer und in den Kreisen Südböhmen und Südmähren auf tschechischer Seite.

Retzbachs Bürgermeister Manfred Nigl berichtete über seine Erfahrungen aus der Kommunalpolitik im Umgang mit grüner Infrastruktur. „Es ist nicht immer leicht, alle in der Gemeinde davon zu überzeugen“, erklärte er. Als Abschluss der Veranstaltung wurde der Dokumentarkurzfilm „In Beziehung zur Natur sein“ von Lenka Ovčáčková gezeigt.

Fazit: Es hat sich die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit offenbart, derartige grenzüberschreitende Projekte zu fördern. Sie geben uns auch die Hoffnung auf nachhaltige Lösungen.