„A Trennsetterin“ begeisterte in Obermarkersdorf . Wissenswertes zum Thema Mülltrennung gab es bei einem Vortrag samt Diskussion.

Von Romana Schuler. Erstellt am 01. Februar 2020 (03:54)
Wissenswertes zum Mülltrennung gab es in Obermarkersdorf: Angelika Büchler, Juliana Frey, Bürgermeister Stefan Schmid, Stefanie Leitner und Anna Malleiner-Obermaier (v.l.).
Romana Schuler

Das Forum Schrattenthal lud vergangene Woche zum Vortrag und zur Podiumsdiskussion „A Trenn setterin“ im Gemeindesaal Schrattenthal ein. Die Geschäftsführerin des Abfallverbandes Hollabrunn, Angelika Büchler, hielt dabei ein spannendes Impulsreferat über zweckmäßige Mülltrennung in der heutigen Zeit und führte in Beispielen aus, dass es gar nicht so schwierig sei, einen nachhaltigen Lebensstil zu führen.

Im Bezirk Hollabrunn gibt es 19 Sammelzentren. Der Abfallverband, der 1992 gegründet wurde, stellte 1993 die ersten Biotonnen und 1995 den „Gelben Sack“ im Bezirk bereit. Büchler überraschte ihre Zuhörer mit Fakten und Zahlen sowie ihrer Darstellung von Entwicklungen zum Thema Müll: Pro Kopf werden heute im Bezirk 500 kg Müll gesammelt. Es gibt zwar mehr Abfall, aber gleichzeitig sind die Verwertungsmöglichkeiten stark angestiegen. Heute werden zwei Drittel des Abfalls wiederverwertet, ein Drittel geht in die Verbrennung.

„Sortieren Sie einmal einen Monat lang Ihren Restmüll in Kisten und schauen Sie am Monatsende, was davon wirklich Restmüll ist.“ Angelika Büchler

Hinter der Mülltrennung steht die Idee der Rückführung von gesammelten Abfällen wie Altpapier, PET-Flaschen oder Aluminiumdosen. Ein großes Problem und eine Gefahr sieht Büchler in der Entsorgung von Ionenbatterien. „Solche haben wir in Laptops oder Handys, aber auch in Rasenmäherrobotern. Dabei ist das Laden dieser Geräte sehr wichtig, weil sich diese Batterien leicht selbst entzünden können“, erklärte die Expertin.

Im Anschluss an das einführende Referat fand eine Podiumsdiskussion mit Büchler, Stefanie Leitner, WU-Studentin für Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement sowie Mitarbeiterin von Klima Retzer Land, und einer Maturantin der HLW Hollabrunn, Juliana Frey, statt, die das Thema Müll unter dem Titel „Dein Dreck geht mich an!“ als Projektarbeit gewählt hat. Die Moderation übernahm Anna Malleier-Obermair.

Themen waren etwa die Sinnhaftigkeit des Sackerlverbots oder der Plastikverpackung in Supermärkten. Frey berichtete über ihre Projektarbeit, die sie mit der Abfallfirma Brantner Österreich GmbH im letzten Jahr durchführen konnte. Daraus sei die Wanderausstellung mit jenem Baucontainer entstanden, der noch bis Ende Jänner am Kaiserplatz in Obermarkersdorf zu besichtigen ist.

Zum Abschluss des Abends bat Moderatorin Malleier-Obermair die Podiumsgäste um Tipps zur Müllvermeidung. Angelika Büchner rät zur Restmüllanalyse: „Sortieren Sie einmal einen Monat lang Ihren Restmüll in Kisten und schauen Sie am Monatsende, was davon wirklich Restmüll ist.“ So gäbe es beispielsweise Personen, die im Jahr nur ein Gurkenglas voll Restmüll produzieren – wie schafft man so etwas, und wie kann man den eigenen Lebensstil im Hinblick auf Müllvermeidung ändern?

Leitner vertritt die Meinung, dass statt Tupperpartys einfach auch einmal Tauschpartys veranstaltet werden sollten. So könnte man zum Beispiel ungetragene Kleidung tauschen und müsste sich nichts Neues kaufen. Auch Frey findet, dass wir unser Konsumverhalten überdenken und zum Beispiel kaputte Elektrogeräte nicht gleich zum Sperrmüll bringen sollten. Man könnte vielmehr versuchen, sie zu reparieren oder reparieren zu lassen, wie es beim Reparaturcafé in Pulkau angeboten wird.

Der Abend klang bei Brot und Wein gemütlich aus, und die Podiumsgäste beantworteten gerne noch die eine oder andere Frage.