Haugsdorf trauert um eine „Ausnahmeerscheinung“ . Er war liebevoller Familienvater sowie leidenschaftlicher Fußballer und Gemeindepolitiker: Der Haugsdorfer Franz Jaschky verstarb im Alter von 95 Jahren.

Von Franz Enzmann und Sandra Frank. Erstellt am 29. April 2021 (16:08)
Franz Jaschky war begeistertet Fußballer: Mit 72-Jahren bestritt er sein letztes Match in der Seniorenmannschaft seines Vereins, dem AFC Haugsdorf.
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Franz Jaschky war in seiner Heimatgemeinde als leidenschaftlicher Fußballer und Urgestein der Sozialdemokratie bekannt. Am Samstag (24. April) verstarb er im 96. Lebensjahr.

Franz Jaschky ist Träger der Vereinsnadel in Gold des AFC Haugsdorf sowie der Viktor Adler Plakette. Er verstarb mit 95 Jahren.
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Der gelernte Kaufmann verbrachte sein ganzes Leben in Haugsdorf. Mit 17 Jahren wurde er im Zweiten Weltkrieg eingezogen und zum Flak-Kanonier ausgebildet. Aus der amerikanischen Gefangenschaft wurde er 1946 entlassen und kehrte zurück in die Weinbaugemeinde. 

Von da an waren der Fußball und die Gemeindepolitik neben seiner Familie seine großen Leidenschaften. Legendär war sein letzter Auftritt als 72-jähriger Fußballspieler: Zum 70-jährigen Bestehen des AFC Haugsdorf ging Jaschky für die Seniorenmannschaft auf den grünen Rasen. Jahrzehnte war er in der Kampfmannschaft aktiv und dem Sportverein auch als Reservespieler und schließlich in der Seniorenmannschaft verbunden.

Vater und Sohn: Fünf Jahre in der Kampfmannschaft 

Von 1965 bis 1995 war der Sozialdemokrat im Gemeindvorstand und setzte sich für die Anliegen seiner Mitbürger ein. „1995 bekam er den Ehrengring der Gemeinde Haugsdorf verliehen, auf den er sehr stolz war“, erinnert sich Erhardt Weinwurm an seinen verdienten Parteikollegen.

Seine Gusti heiratete er 1954, mit der er 2019 die Eiserne Hochzeit feierte. Zwei Jahre später kam Sohn Arnold auf die Welt. „Wir haben fünf Jahre lang gemeinsam in der Kampfmannschaft gespielt“, erinnert sich der Junior an die gemeinsame Zeit. „Da gab es immer wieder Meinungsverschiedenheiten über Taktik und Spieleinsatz“, erzählt er, dass sein Vater sehr ehrgeizig war. Mit einem Schmunzeln fügt er hinzu: „Und mir läuferisch überlegen.“

Edi Kosch erinnert sich an seinen Freund Franz Jaschky

Der fußballbegeisterte Pernersdorfer Alt-Bürgermeister Eduard Kosch erinnert sich an den Spieler und Funktionär Jaschky: „Er war eine Ausnahmeerscheinung, der sofort nach seiner Heimkehr aus der Kriegsgefangenschaft im Jahr 1946 mit Josef Sturm und anderen Sportbegeisterten den Verein wiederbelebte.“ Kosch spielte selbst noch mit Jaschky im AFC-Sturm. Die alten Freunde sinnierten oft und gern über das legendäre 27:0 gegen Immendorf. „Er hat damals in den 1960er-Jahren bei diesem Match sieben Tore geschossen“, spricht Kosch über die Glanzleistungen seines Sportfreundes.

Neben dem Fußball waren die Musik und das Singen weitere Hobbys des verstorbenen Haugsdorfers, der am Freitag (30. April) um 15 Uhr am Ortsfriedhof seine letzte Ruhe findet. „Es gab keine Familienfeier und kein geselliges Treffen mit Freunden, wo mein Vater nicht mit Gesangseinlagen und selbst gedichteten Versen für Unterhaltung sorgte. Er hatte viel Freude mit seinen Enkelkindern und seinen Urenkeln; wenn sie im Garten spielten, dann schmunzelte er auf seine Art und sagte fröhlich: Die Jaschkerln sterm net aus!“.

Jaschky trank gern Haugsdorfer Rotwein

In einem Gespräch im August 2017 antwortete Franz Jaschky auf die Frage, was er nach seiner aktiven Zeit am liebsten mache, lächelnd: „Ich esse gerne einen Zwiebelrostbraten und trinke dazu den vorzüglichen Rotwein aus Haugsdorf.“ In seiner Aktivzeit arbeitete er bei den ÖBB. 

Sein Sohn Arnold ist auf seinen liebevollen Vater stolz: „Er erhielt zu Lebzeiten zahlreiche Auszeichnung, wie die AFC-Vereinsnadel in Gold, die Viktor-Adler-Plakette der SPÖ und den Goldenen Ehrenring seiner Heimatgemeinde, Ehrenzeichen von der Gewerkschaft, dem ARBÖ, vom Pensionistenverband und der Sparkasse.“