Ortschef zu toten Uhu-Küken: „So etwas tut man nicht“. Bürgermeister Martin Reiter, selbst Jäger, ist über die Tötung der Uhu-Babys erschüttert.

Von Barbara Witzany. Erstellt am 15. Mai 2019 (04:13)
Bürgermeister Martin Reiter zu der Tötung von Uhu-Babys:„Es ist unverständlich!“
Witzany

Mit Blut verklebte Federn, Blutergüsse und aus dem Schnabel blutend: Am Montag in der vergangenen Woche fand am späteren Nachmittag ein Vogelexperte in der Frauendorfer Rosenberg-Kellergasse drei tote, verscharrte Uhu-Kücken und verständigte umgehend die Polizei.

Wie die NÖN berichtete (siehe hier) , kam auch Jagdleiter Ferdinand Wittmann zum Tatort. Er berief für den selben Abend noch eine Sitzung ein.

Die Polizei sicherte zahlreicheSpuren am Tatort.
NOEN

13 von 17 Mitgliedern der Frauendorfer Jägerschaft nahmen an dieser Versammlung teil. „Keiner der Anwesenden konnte zu diesem Vorfall Angaben machen“, resümierte Wittmann danach.

Sitzendorfs Bürgermeister Martin Reiter war wie viele andere erschüttert und meinte zur Tötung der etwa fünf Wochen alten Uhu-Babys: „Es ist nicht vorstellbar, dass es so etwas gibt, es ist unverständlich“, und führte weiter aus: „Ich bin selber Jäger, ich kenne die Gesetze – so etwas macht man nicht. Jeder muss wissen, was er machen kann und was er machen darf.“

„Keiner der Anwesenden konnte zu diesem Vorfall Angaben machen.“Jagdleiter Ferdinand Wittmann nach der sofort einberufenen Sitzung.

Die Polizei, allen voran der zuständige Umweltspezialist der Exekutive Ravelsbach, Günther Knell, ermittelt aktiv. Die toten Tiere wurden einem Sachverständigen zur weiteren Begutachtung gebracht. Offizielle Ergebnisse dazu gibt es noch nicht.

Eines von den drei zu Tode gekommenen Küken.
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„Der oder die Täter sind jedenfalls äußerst grausam vorgegangen und waren sich ihrer Sache offenbar sicher“, meldete sich auch Matthias Schmidt von der Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich zu Wort. Tierfreunde und wachsame Spaziergänger werden gebeten, tote oder verletzte Greifvögel zu melden.

In der Rechtsvorschrift für das NÖ Jagdgesetz 1974, Fassung vom 13.5.2019, gibt es unter Paragraph 77 den „Horstschutz“. Unter Punkt zwei steht zu lesen: „Horstbäume und Horstplätze von Greifvögeln und anderen Federwildarten dürfen nicht beschädigt, verändert und beunruhigt werden; ...“