Robert Kellner: 54 Jahre ehrenamtlich tätig. Robert Kellner kann mittlerweile auf stolze 54 Jahre ehrenamtlicher Tätigkeit vorweisen und zeigt im NÖN-Gespräch keinerlei Spuren einer Verschleißerscheinung.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 31. Oktober 2018 (04:36)
Pfeiffer
Mit Feuereifer, unglaublich viel Energie, aber vor allem sehr großer Zuneigung spricht Robert Kellner im NÖN-Interview von seinem Engagement bei der Chorvereinigung Einklang 1861 und dem Hollabrunner Theaterverein.

Singen, Theater spielen, Drechseln, Bergwandern, Krippen bauen, Moderationen und Lesungen – Robert Kellners Pläne und Engagements machen staunen, dass dem Mann noch Zeit für seinen Job als stellvertretender Sanitätsdirektor in der Landesregierung bleibt. Obwohl ihn die Position des Sanitätsdirektors durchaus gereizt hätte, ist er im Nachhinein froh, dass es „nur“ die Stellvertretung geworden ist: „Der Herrgott wird sich was gedacht haben. Ich hätte vieles nicht mehr machen können.“

Woher kommt diese unbedingte Art, sich einzubringen? „Ich habe das von meinen Eltern vorgelebt bekommen, die immer gesagt haben, dass sich jeder nach seinem Talent einbringen soll“, lautet Kellners Antwort. Schon als Sechsjähriger war er bei der Dorfbühne Sonnberg dabei, hat beim Nachbarn Geige gelernt und das Singen war ihm sowieso in die Wiege gelegt.

„Ich kann im positiven Sinn sehr stur sein“

Was ihm ebenfalls in Fleisch und Blut übergegangen ist: „Etwas ganz und hundertprozentig zu machen. Ich muss hinter dem, was ich tue, stehen.“ Das führt manchmal auch dazu, dass Mitstreiter an seiner pedantischen Art ein wenig verzweifeln: „Ich kann im positiven Sinn sehr stur sein.“ Kellner mag es nicht, wenn Dinge so „dahinplätschern“.

Für Langeweile haben die letzten Monate sicher nicht gesorgt. Das Musical „Der Mann von La Mancha“ hatte im Stadtsaal Premiere und am Sonntag trat er schon wieder mit der Chorvereinigung Einklang im Festsaal des Erzbischöflichen Gymnasiums auf.

Kellner
Erste Bühnenerfahrung bei der Dorfbühne Sonnberg mit sechs Jahren als Pepi in Ferdinand Raimunds „Der Verschwender“.

Was ihn am Theater so fesselt, schließlich ist er seit seinem 16. Lebensjahr beim Hollabrunner Theaterverein dabei, bringt Kellner auf eine einfache Formel: „Das Theater schweißt zusammen.“ Das beschreibt auch seine Motivation, sich in Vereinen zu engagieren. Für ihn sind es der Zusammenhalt und die Freundschaften, die durch gemeinsame Interessen entstehen.

Daher bezieht er auch die Kraft für seine vielen Tätigkeiten und ist noch immer sehr persönlich berührt, wenn er von Momenten des Wiedersehens erzählt. Denn, „ob was abfällt, ein Flascherl Wein, ein Essen oder ein bisserl Geld, ist nicht die Frage“.

Wen Robert Kellner nicht vergisst zu erwähnen, ist seine Frau. „Der Lebenspartner ist als Unterstützung der wichtigste Teil.“ Ohne diese Akzeptanz und Toleranz wäre eine solche Vielzahl an Engagements auch nicht zu bewältigen.