Comeback für den Windpark in Wullersdorf. Weniger Anlagen, mehr Abstand: Damit kommt neues Leben in das Windpark-Projekt.

Von Sandra Frank. Update am 09. Juli 2020 (15:46)
Symbolbild
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Als „Windpark Locatelli“ hat das Wullersdorfer Windkraftprojekt zu Beginn der 2000er-Jahre begonnen. Es war sehr umstritten, eine Bürgerinitiative formierte sich. Noch unter Bürgermeister Ignaz Pimberger gab es 2007 eine Volksbefragung, in der sich die Mehrheit für die Windräder ausgesprochen hatte.

Dann wurde es aber still um das Projekt, das mittlerweile von der Windkraft Simonsfeld übernommen wurde. Jetzt gibt es Neuigkeiten: Es soll ein neues Windkraftprojekt geben, mit nur fünf statt der ursprünglich acht geplanten Anlangen; der Abstand zu den Dörfern wurde vergrößert, und: Es sind keine Standorte im Wald mehr geplant. Verläuft alles nach Plan, könnte der erste Windstrom in Wullersdorf im Jahr 2023 erzeugt werden.

Die „Windpark Wullersdorf GmbH“ plant fünf Windkraftwerke südlich des Locatelli-Waldes. Die Standorte liegen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen nordwestlich von Immendorf. 1.750 Meter beträgt der Abstand einer Windkraftanlage zum nächstgelegenen Wohnhaus in Immendorf. Mehr als drei Kilometer Abstand werden zu den Ortschaften im Pulkautal gehalten. „Wir überschreiten damit die gesetzlich zulässigen Mindestabstände um mehr als einen halben Kilometer“, betont Projektleiterin Tanja Bernscherer von der Windkraft Simonsfeld AG, die die Windpark Wullersdorf GmbH im Vorjahr zu 100 Prozent übernommen hat.

Das Volk wurde befragt, sogar die Flächen sind bereits umgewidmet, Windräder errichtet wurden bisher nicht. Wie sieht der neue Zeitplan für den Windpark Wullersdorf aus? „Wir werden unser Projekt im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung zur Bewilligung einreichen“, berichtet Bernscherer über den nächsten Schritt. Dabei werden alle relevanten Fragen von unabhängigen Sachverständigen und den zuständigen Behörden geprüft und entschieden. „Wir hoffen, das Verfahren in erster Instanz bis Ende nächsten Jahres erfolgreich abschließen zu können“, erklärt die Projektleiterin.

Bürgermeister Richard Hogl bezeichnet sich als Verfechter erneuerbarer Energie.
ÖVP

ÖVP-Bürgermeister Richard Hogl ist froh, dass das Projekt wieder zum Leben erweckt wird. Er habe sich dafür eingesetzt, dass die drei besonders umstrittenen Standorte – einer sehr nahe an Immendorf, zwei im Wald – nicht realisiert werden. „Man könnte dort aber Windräder hinstellen, die Fläche ist gewidmet“, freut er sich über das Entgegenkommen der Windkraft Simonsfeld. Hogl selbst sei ein Verfechter erneuerbarer Energie; was ihm wichtig sei: „Dass der Tourismus in die Gespräche mit einbezogen wird.“ Wogegen er sich ausspricht, sei, dass „die ganze Landschaft mit Windrädern zugepflastert und verschandelt“ wäre. Dies sei durch die Festlegung der Wind-Zonen ohnehin nicht mehr möglich. Einige wenige Anlagen zur Stromerzeugung seien aber vertretbar, meint Hogl.

Die Wullersdorfer Bürger werden am 16. Juli von der Windkraft Simonsfeld von 14 bis 19 Uhr im Gemeindesaal über das Projekt informiert.